Wilde Erdbeeren

Umflutet vom Mißverstand
sich selber verstehn
wie verschwundene Väter
ohne Gesichter
begrabene Zeigefinger
die Zeichen zeitloser Uhren
kein Blick aus
vernagelten Fenstern
das Sarggeflüster
wenn die Pferde scheuen
nicht hängenbleiben
an leuchtenden Laternen
als wolltest du dir selbst etwas sagen
wenn die Hand dich ergreift
die knochigen Finger
die Heimwärtszeiger
heim zu den verschmorten Hölzern
wo die Erdbeeren blühen
die nie gereiften
wo die Träume schäumten
und erstarrten
im Eis der marmornen Mütter
begraben im Ungefähr
verschollener Väter
die zeigerlose Uhr
zeigt den Weg
durch die Gänge
durch die Türen
in den Ohren Schlüsselklirren
wo der Prozeß beginnt
mit dem Ende
nichts ist zu sehen
aber niemand ist tot
nur die Augen
sind lahm und müde
müde wie alte Gesichter
aber die Erdbeeren
sind reif

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