Über Glauben und Freiheit

Es ist ein untrügliches Merkmal von Emanzipation, an etwas zu glauben und nicht an jemand. So wie der Glaube an die Freiheit, und sei er auch noch so naiv und unbegründet, um vieles wertvoller ist als der Glaube an jemanden, der sie uns gewährt, so ist auch der Glaube an ein wie immer geartetes göttliches oder auch teuflisches Prinzip Ausdruck von selbstbestimmtem Denken, der Glaube an einen Gott oder den Teufel hingegen ein Zeichen von Unmündigkeit. Und der Glaube an unser äußeres Selbst als Maß aller Dinge ist nur ein Reflex dieser anthropomorphen Vorstellungen und der Gipfel der Dependenz. Die wahre Freiheit des Königs liegt in der Möglichkeit der freiwilligen Abdankung.

Freiheit

Wie die Vögel
so frei
und pünktlich
drängen ins Land
die Wildgänse
aus Sibirien
ohne Pause
über heiße Wüsten
hasten die Störche
in grenzenlose Freiheit
gezwungen.

So frei wie die Lachse
springen im Takt
der ewigen Tänze
nach blutgeschriebenen
Wandergesetzen
von denen sie
nichts wissen.

Alle sind sie
so frei zu leben und
zu sterben
nach dem Gebot
das sie nicht kennen.

So frei wie wir.
Vielleicht