Wahrheit

Immer wieder wird gesagt, daß Wahrheitsfindung mit dem Denken nicht zu machen sei. Vor allem Gläubige aller Art und Meditationserprobte, diverse Seher und Verzückte behaupten das. Und sie haben recht damit.

Aber sie bedenken nicht bei ihren Aussagen, daß das, was sie selbst so dringend suchen, die Wahrheit, eine Forderung und Erfindung des Denkens selbst ist. Es ist das Denken, das nach Wahrheiten und Wahrheit verlangt. Bevor man über das Denken hinauskommen und zu elementaren überlogischen Erkenntnissen gelangen kann, muß das Denken erst mal sich selbst bedenken und seine Prämissen in Frage stellen.

Wer nicht begreift, daß man logische Begriffe nicht aufpumpen kann wie Fahrradschläuche, der fährt besser mit Vollgummireifen.

Selbstzufriedenheit

Zufrieden zu sein mit sich selbst und mit den Beziehungen zu anderen Menschen ist gesund und eine gute Basis für persönliche Entwicklung und für die Entwicklung der Beziehungen. Selbstzufriedenheit aber ist eine gute Basis für Stillstand.

Negative Verhaltensdialektik

Wieder und wieder dasselbe zu tun, obwohl dieses Tun dazu führt, daß das Leben mit uns nahen Menschen belastet wird und positive Entwicklungen verlangsamt, wenn nicht gar gestoppt werden, solches Verhalten ist nicht nur Folge von Lernunwilligkeit oder sogar Lernunfähigkeit, sondern auch deren Ursache. Man sabotiert damit nicht nur das Entstehen von Gemeinsamkeit, sondern vor allem die Emanzipation von den eigenen Schwächen. Wer immer wieder dasselbe tut, verhält sich wie ein Automat. Automaten aber können nichts lernen.

Psychoballistik

Es sind doch meistens die Verklemmten und Verkorksten, die besonders scharf aufs Schießen sind. Und sei es erst mal auch nur in Gedanken. So betrachtet, bekommt der Begriff Ladehemmung eine ganz neue Bedeutung.

Klirrende Fahnen

Wenn ihr die Fahnen bei Hölderlin nicht klirren hört, dann liegt das bestimmt nicht daran, daß Fahnen normalerweise nicht klirren. Es liegt eher daran, daß ihr versucht, mit dem Schläfenlappen zu hören, statt mit dem inneren Ohr zu lauschen. Hölderlin hat sie klirren hören, da bin ich sicher. Aber der war ja ver-rückt. Hin und wieder muß man aus der banalen Realitätsverzückung heraustreten, um die Weite der Realität zu begreifen.