3 Antworten auf „Tiraden

  1. Ja, dergleichen Beispiele gibt es viele. Deshalb sage ich zum Beispiel immer wieder gern, daß es schön ist, sich entgegen der Duden-Empfehlung bewusstmachen zu können, daß man alles im Leben möglichst bewußt machen sollte. Es ist auch, trotz Duden-Empfehlung ein Unterschied, ob der Buchhändler auf seinem Stuhl sitzen bleibt oder auf der neuesten Ausgabe eines Wörterbuchs. Immerhin muß es mir nicht mehr, wie zu Beginn der Reform, Leid tun um die graphische Repräsentation der Sprache. Früher durfte es mir leid tun, jetzt immerhin wieder leidtun. Und so weiter und so fort.

    Ja, viele Politiker, unsere „Elite“, ganz unabhängig von Rechtschreibung und deren Tücken. Sie kommen sich ganz groß vor und meinen oft, ich wäre ihnen nicht „wohl gesonnen“, dabei bin ich ihnen nur nicht wohlgesinnt, weil sie zu oft meinen, sie würden „zumindestens“ zuhören. Dabei hören sie sich nicht mal selbst zu, wenn sie wieder Dativ-Präpositionen ein Genitiv-Mäntelchen umhängen, weil sie glauben, das höre sich gelehrter an. Schrecklich.

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  2. Kleine Anmerkung zu Deiner Weigerung, die „neue Rechtschreibung“ zu verwenden (was ich weitestegehend nachvollziehen kann):

    In dieser neuen deutschen Rechtschreibung wird oftmals nicht zwischen Adjektiv und Adverb unterschieden, was zu erheblichen Missverständnissen führen kann.
    Dazu eine Geschichte, die bereits etliche Jahre zurück liegt:

    In einem Interview des SPIEGEL mit der Kultusministerin eines Bundeslandes (es hätte auch ein Kultusminister sein können), fragte der Interviewer des Spiegel die Ministerin, ob sie den Unterschied zwischen einer wohlbekannten und einer wohl bekannten Ministerin kenne. Sie ist dieser Frage seinerzeit ausgewichen.
    Dabei hätte ein Synonymbildung — wie so oft in vergleichbaren Fällen — auf die Sprünge helfen können:
    Eine wohlbekannte Ministerin ist eine allgemein bekannte Ministerin, wohingegen eine wohl bekannte Ministerin eine möglicherweise oder eventuell bekannte Ministerin ist.
    Das kam damals leider beiden nicht in den Sinn (also das Finden von Synonymen), dem Spiegel-Interviewer nicht und der Ministerin auch nicht, obwohl es den Unterschied anschaulich gemacht hätte.

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