Whisky

Guten Morgen
Tristesse
so Gott will
stehende
Bewegung
auf alten Socken
nur die Glut
der Zigarette
Hoffnungsschimmer.

Begegnungsloses Begegnen
wortloses Nichtverstehn
verschobener Fluch.

Wie ein Zahnrad
im Getriebe
der Vergangenheit
der ruhige Puls
Schatten des Vulkans.

Die letzte Glut zertreten.
Kein Weg hinaus
in die Zukunft.
Nur das rückwärts
gesprochene Wort.
Sag mal Leben:
Nebel

Nautische Notiz

An offnen Luken
Spargeltiere
Hälse verkrustet
trotz sauberem Schnitt
auf namenlosen
Schiffen Passagiere
blind wie die Brandung
komm mit, komm mit!

Der Hafen ist an Bord
ganz unverborgen
hier sucht ihn niemand
volle Fahrt voraus
die nächste Ankunft
abends morgen
nur wenig
übers Ziel hinaus.

Das Drumherum
ein Heer
behaarter Bojen
wie Perlenketten
ohne Schnur
und in den vielen
viel zu langen Kojen
von Fußabdrücken
keine Spur

Sicheres Geleit

Wenn Schiffe sich
im Kreise drehen
im Strudel ankern
vor gezackten
sprungbereiten Klippen
dann siehst du
dich und mich
in Boote gehen
um fortzuhuschen
in die leisen Weiten.

Schluckt blauer Wirbel
hungrig früh zerbrochne Ruder
und kleben Segel bald
vom Sturm zerfetzt am Mast
die Strömung wird
dir Fährten zeigen
und sicher dich
zurückgeleiten

Unterwegs

Der grüne Fluß
unter Wolken wie Pech
Geruch von Ruß
aus fliegendem Blech.

Ein gelbliches Schimmern
stetiges Summen
im Glühbirnenflimmern
ein holpriges Brummen.

Im Innern ein Schwarm
von grauen Gefühlen
und Blut, feucht und warm
lebendige Mühlen.

Die Lungen vibrieren
im Rhythmus der Nächte
Gedanken verzieren
das Dunkel der Mächte.

Und hell glühen Farben
im Traum meiner Sagen
verdecken die Narben
vertreiben die Fragen.

Wohin weht der Wind
woher kommt das Licht
warum bin ich blind
wozu dies Gedicht?