Kriminalromane

Das Überhandnehmen von Kriminalromanen in der zeitgenössischen Literatur spätestens seit Umberto Ecos »Der Name der Rose« ist nicht nur ein Zeichen für die zunehmende Erwartung der Leser, die durch Fernsehen und Kino geprägten Spannungsbögen auch in Büchern wiederzufinden, es ist auch eine Folge der allgemein wachsenden Einsicht, daß die Geschichte der Menschheit, allgemeines Hauen und Stechen, das schöpferisch-zerstörerische Wirbeln der Aggressionen, sich gut durch Mord und Totschlag exemplifizieren läßt: Menschheitsgeschichte als Kriminalgeschichte.

Über Querulanten

Im Gegensatz zum Querdenker ist der Querulant meistens ein einsamer Mensch, der versucht, seiner Einsamkeit auf aggressive Weise zu entkommen oder wenigstens einen Grund für seine Einsamkeit zu finden, indem er andere zu ebenfalls aggressiven Gegenreaktionen zu verleiten trachtet. Gelingt dies, dann kann sich der querulus einsam wähnen, weil die andern so aggressiv sind. Der Querulant ist eine Art aggressiver Aggressionsprophet.

Über Toleranz

Wenn man Bodyguardphantasien und Selbstjustizwünsche bei sich entdeckt, ohne daß man sich selbst in einer aktuellen Bedrohungssituation befindet, dann sollte man darüber nachdenken, ob das Toleranzmodell, nach dem man zu leben vermeint, wirklich etwas Echtes und Gewachsenes ist oder nur Camouflage des internen Aggressionspotentials, das beständig nach außen drängt, wenn es mit Andersartigem konfrontiert wird. Oder gar nur von Andersartigem hört oder liest. Vielleicht aber ist es schon der Gipfel der gängigen Toleranz, wenn man Billy Mo gestattet, sich einen Tirolerhut zu kaufen. Dann hat man was zum Lachen, und Lachen befreit. Manchmal auch von tiefsitzenden Aversionen.