Ich und Man

Einer ist um so mehr ein Ich, je weniger er denkt, was man denkt. Doch je mehr einer Ich ist, desto komplexer erscheinen die Strukturen dessen, von dem er sich unterscheidend als Ich abzusetzen trachtet. Die Pflege des Man ist also eine Komplexitätsreduktion zur Entlastung des Ich, gleichzeitig destruiert es nach Kräften die Herausbildung eines Ich-Bewußtseins. Dieses Ich-Bewußtsein jedoch ist die Voraussetzung dafür, daß einer stehenbleibt, wenn die Herde davongaloppiert. Ist das Stehenbleiben dennoch einmal gelungen, wird das Ich sehr bald bemerken, daß in seinem Innern etwas zerrt und rumort: die innere Herde.

Beschneidung

Jede Form von Beschneidung, ob nun die Beschneidung der Haare oder der Genitalien, also auch und gerade die rituelle, ist ein Übergriff einer Gesellschaft auf den einzelnen. Das Individuum wird damit seiner Individualität beraubt und den Regeln von Kultur und Gesellschaft unterworfen, zurechtgeschnitten, damit es wachse, wie die Gemeinschaft, der das Individuum angehört, es wünscht.

Individuell

Immer wieder dieses scheinbare Gegensatzpaar Individuum – Kollektiv. Als wäre nicht auch jedes Individuum ein Kollektiv. Was uns individuell macht, ist unsere euphorische Identifikation mit der einen oder anderen Facette unseres Wesens.

Mausgrau

Wer seine Individualität besonders herausstreicht, offenbart damit einen Mangel an Individualität. So schrill es auch immer erscheinen mag, Mausgrau schimmert durch: Uniformträger tragen auch Individualität wie eine Uniform.