Unter dem Mäntelchen der Verschwörungstheorie

Hat sich schon mal einer ernsthaft gefragt, welcher Sprachakrobat auf die glorreiche Idee gekommen ist, abstruses Verschwörungsgefasel, abseitige Hypothesen und manifeste Paranoia mit dem Wort »Theorie« zum Kompositum Verschwörungstheorie zu veredeln?

Sollten wir solche »Theorien« deshalb unter die Gesellschaftstheorien einordnen oder eher unter Psychophantasien? Wie auch immer, ich denke mit Wissenschaft oder ernsthafter Weltanschauung hat das alles nichts zu tun; derartige »Theorien« sind eher Ausdruck von metaphysischen Bedürfnissen wahrnehmungsmäßig überforderter Menschen, eine Art Katechismus für Freireligiöse.

Und natürlich sind diese geraunten Scheinzusammenhänge politische Waffen für Leute mit bösen Absichten. Zum Beispiel der, eine Verschwörung anzuzetteln. Wo keimen die eigenen Verschwörungswünsche besser als im Humus von sogenannten Verschwörungstheorien?

Keine Erstarrung

Tief im Boden unter weißem Schweigen
ruht der Traum der warmen Nächte
morsche Pfeile die ins Leere zeigen
Sinnbild abgelöster Mächte

Zeit des ruhevollen Reifens
Werden muß noch etwas warten
Zeit des zielbefreiten Schweifens
im erstarrten Wünschegarten

Auch Gedanken müssen kreisen
während Seelenvögel rasten
um im kalten Klang die leisen
Zukunftstöne zu ertasten

Blondinenwitze

Seitdem nicht nur in unseren Breiten immer mehr Braunhaarige, auch braunhaarige Witzeerzähler, dazu übergegangen sind, sich die Haare blond zu färben oder doch zumindest blonde Strähnchen ins Haupthaar einzuschmuggeln, und zunehmend auch Blondinen gute Abiturzeugnisse vorweisen können, hat das Wohlwollen gegenüber Blondinenwitzen merklich abgenommen, und der herkömmliche, ehemals braungefleckte Blondinenwitzdichter mit Hauptschulabschluß hat beschlossen, jetzt da der sich selbst zumindest phänotypisch seinen Protagonistinnen angeglichen hat, seine spöttische Zuwendung anderen Gruppen der Gesellschaft zukommen zu lassen, denn sein uneingestandenes Minderwertigkeitsgefühl verlangt danach, sich der eigenen Überlegenheit dadurch zu vergewissern, daß er anderen die Dummheit bescheinigt, deren er selbst gerade mit Mühe und Not entkommen zu sein glaubt.