Ratten und Menschen


Ratten werden gern als Versuchsobjekte abkommandiert, gerade wenn es um die Erforschung menschlichen Suchtverhaltens geht. So will man vor kurzem mit Hilfe von Rattenversuchen herausgefunden haben (Ratten fressen – wie ich – lieber Fettklößchen als Salat), daß fettes Essen süchtig macht.

Die Ratte ist ein zäher Kosmopolit wie der globalisierte Mensch, und der Mensch mag sie nicht sonderlich und bekämpft sie nicht nur im Labor. Ohne die hedonistischen Mechanismen im Rattengehirn wären sogar diese possierlichen Tierchen längst ausgestorben. Darin unterscheiden sie sich nicht von andern Arten. Auch nicht vom Menschen. Das fängt schon bei der Sucht zu atmen an.

Gebrochene Illusion

In unserm Zoo stehn
lauter Tiermaschinen
sind wie lebendig
wildbewegt wie echt.
Sie schlucken Fisch
und Kohl und Apfelsinen
und manches Mal wird
sogar einer schlecht.

Nur ihre Augen sind
nicht gut gelungen
das gilt für alle:
Löwe, Wolf und Lurch.
Sie schaun kein
bißchen ungezwungen –
ihr Blick geht kalt und glatt
durch dich hindurch