Ewigkeit

Weil die Menschen, auf den Flügeln des Chronos sitzend, Angst hatten herunterzufallen ins Chaos, aus dem Chronos emporflog, schufen sie das Konzept der Unendlichkeit, und Chronos wurde ein alter Mann mit Stundenglas.

Die Annahme des Ewigen ist Ausdruck des Bewußtseins der Vergänglichkeit.

Befreiung

Öffne den Mund
wenn der Stickschlamm
aus den Katakomben
hochsteigt
Miasma der
inneren Gestirne
Urknall der Seele
du mußt nicht schreien
öffne den Mund
und sprich
oder stammle
die Sonne spricht mit
und der Wind
sie formen das
feuchtglatte Wort
und trocknen
die wilden Gedanken
Gefühlgestalten
und bald spuckst
du Ton
wie weiches Fossil
lebenden Lehm
und wäschst von
den Lippen
die Asche
der Zeit

Prophezeiung

Angesicht in Angesicht
mit dem Leid
wird erschrecken
die Zeit
und zersplittern
in Unendlichkeit

 
Spötter 1: Aber wir werden es
nicht mehr erleben.

Spötter 2: Wie Jesus.

Spötter 1: Aber der ist wiedergekommen.

Spötter 2: Selber schuld

Zeitgeschmack

Der Geschmack einer Zeit äußert sich nicht zuletzt in seinen Götterstatuen, und wenn wir in die Geschichte zurückschauen, überkommt uns manchmal Wehmut, aber viel öfter Belustigungsgefühl. Heute tragen die Götterstatuen Markennamen.

Verschwendung ist Trumpf

Zeit ist Geld. Dummer Spruch von Raffern, die nicht begriffen haben, daß Geld oberhalb des Durchschnittseinkommens immer mehr seinen Wert verliert und es deshalb unsinnig ist, seine Zeit für den Gelderwerb zu opfern, statt darüber nachzudenken, wie man sich mit Geld Zeit kaufen kann.

Eines aber haben Zeit und Geld gemeinsam: Allzu viele Leute können nicht damit umgehen und verschwenden beides auf absurde Art und Weise.