Der Spiegel

Der Fleck auf dem Tisch
verdunstende Vergangenheit
schau in den Spiegel
solange das Wasser ihn bildet
schau in das Wasser
und wirf keinen Stein
solange du sprichst
fließt die Geschichte
im Kreis
und stottert nicht
solange Hunde bellen
wärmen auch die matten Worte
wenn Zäune brechen
zur rechten Zeit
atmen wir Erdgeruch
als wären wir
vereint und still
entzeitet

Ewige Wiederkehr

Der tiefwahre Blick
in nächtlichen Weiten
traumgeröntgte Zeitskelette
Kutsche Flugzeug simultan
Laufen auf kreisrundem Strick
planetare Widrigkeiten
ziellos ahnend um die Wette
ewig Zeit sich zu verfahrn
balanciern auf ungeschauten Schienen
immer gleiche Achterbahn

Ohne Handschuhe

Wenn du mit
bloßen Händen
und Worten
die Welt betrachtest
fühlst du alle Farben
nicht nur die
der Handschuhe
und wenn die Finger
zu riechen beginnen
spürst du die Reife
und des Wassers
Doppelgestalt

du nimmst die
weiße Seife
und den roten Stift
und Ekel spürst du
nicht

Wortwäscherei

Wäscher des Weißen
im Dornengestrüpp
Wäscher des Roten
mit fahlen Gesichtern
und die Fingerkuppen
erglüht wie gemalt
Aderlaß aus den
zerquetschten Tuben
ins Bild gewühlt
mit knöchelbleichen Pinseln

im Dickicht schimmert
das Weiß der
Transfusionen