Mini-Miszellen 4 – »Lawrow poltert«

»Lawrow poltert« in beinahe allen Medien in den Überschriften, und ich wundere mich darüber, daß es im dazugehörigen Text eher ruhig und sachlich zugeht. Über die Einheitlichkeit bei der Benutzung von Verben und Adjektiven (von den Nomen ganz zu schweigen), wenn es um den Ukraine-Krieg geht, wundere ich mich allerdings schon lange nicht mehr. Abgesehen davon, daß vieles ganz offensichtlich aus der propagandistischen Wortwahl des ukrainischen Botschafters entlehnt ist, zeigt das natürlich, wie weit der unbeugsame Wille zur Einseitigkeit gediehen ist und wie Mitläufertum bis in die Sprache hinein funktioniert.

Mini-Miszellen 3 – DUDEN

Daß man sich beim DUDEN mit der rechten Schreibung bisweilen schwertut, ist ja nun nichts Neues. Aber vier Fehlschreibungen auf einer kleinen Seite im DUDEN-Shop finde ich ein wenig zu üppig. Hätte man nicht vorher die preiswerte DUDEN-Sprachberatung (derzeit etwa zwei Euro pro Minute, exakt 1,99 Euro) konsultieren können? Vermutlich gibt es dort sogar einen noch günstigeren Haustarif. Ich gebe ja zu, daß es ohne Brille manchmal schwierig ist, ein Divis nicht mit einem Gedankenstrich zu verwechseln, und ein »x« von einem »u« leichter zu unterscheiden ist als ein »x« von einem »×«. Aber einen falschen Bezug sollte man mit einigem Nachdenken doch entdecken, und daß man »zweimal« von jeher zusammenschreibt und nicht getrennt, sollte jemand, der sich mit Sprache beschäftigt, wissen. Alternativ kann man den Text vor der Veröffentlichung notfalls einmal oder besser »zwei Mal« lesen.

DUDEN

Mini-Miszellen 2 – Quäle nie ne Frau im Scherz

Bill Murray hat eine Frau bei Dreharbeiten scherzhaft am Pferdeschwanz gezogen. Daraufhin wurden die Dreharbeiten verständlicherweise auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Das Opfer hat nun höchstwahrscheinlich einen langen therapeutisch unterstützten Leidensweg vor sich. Gegen Murray wird jetzt, wie man lesen kann, ermittelt. Von wem, wird nicht erwähnt. Ich tippe mal auf die anwaltliche Vertretung der Friseurinnung.

Beurlaubt

Mini-Miszellen 1 –Botschafter

Wenn es am Anfang dieses Jahres einen Botschafter der Ukraine in Russland gegeben und der sich so verhalten hätte wie der ukrainische Botschafter in Deutschland, dann wäre der Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine für mich verständlicher. Aber daß es in Russland seit vielen Jahren keinen ukrainischen Botschafter gibt, ist vielleicht auch ein Zeichen für die ukrainische Neigung, ebenso wie die russische Führung Konflikte und Meinungsverschiedenheiten lieber mit der Brechstange lösen zu wollen als mit diplomatischen Mitteln. Da haben sich die Richtigen gefunden. Aber ich frage mich nicht erst seit gestern: Was haben wir damit zu tun?

O FASCISMO NA UCRÂNIA — Virtualidades

Toda e qualquer guerra, por mais que se busque encontrar para ela uma justificativa, não deixa de ser uma irracionalidade. Se torna nova prova cabal e quase definitiva da incapacidade humana de sermos ao mesmo tempo racionais e empáticos, capazes de entender quaisquer questões também por ponto de vista oposto ao nosso. E esses conflitos, […]

O FASCISMO NA UCRÂNIA — Virtualidades

Mit Kot werfen

Die Praxis der Cancel Culture wurde von Affen erfunden, die es leid waren, daß die Menschen ihnen ständig ihre Bananen wegfressen, obgleich das Verzehren von Bananen eindeutig Affensache ist und das Verhalten der Menschen eine ungebührliche kulturelle Aneignung. Da darf man als Affe auch mal seinem Unmut Luft machen und mit Kot werfen.

Lesen als heimliche Räuberei

Wenn wir einen Schriftsteller beim Lesen beobachten, dann wissen wir nicht, in welchem Grade er das, was er lesend ausdeutet, später schreibend ausbeutet. Ausbeuten wird. Oder ob seine Leseintention die eines Abhörspezialisten oder eines Grabräubers ist. Wenn sie auf dem Weg zu sich selbst sind, sollten Schriftsteller mehr schreibend denken als lesend schreiben.

Leise

Wie immer leise
hinter dem Schlachtgebrülle
Stimmen der Vernunft

man braucht schon gute Ohren
um sie zu hören

Brigadegeneral a.D. Erich Vad

Ergänzung: Daß der Herr Melnik, ukrainischer Oberaufseher über deutsche Außenpolitik und die deutsche Presselandschaft, angesichts der ungewohnt sachlichen Äußerung des ehemaligen Generals sofort in gewohnter Manier aufs hohe Roß gestiegen ist und die üblichen Beleidigungen und moralischen Verurteilungen von sich gegeben hat, versteht sich von selbst. Normalerweise werden solche Botschafter höflich gebeten, mal im Auswärtigen Amt vorbeizuschauen. Da das nicht geschieht, vermute ich, Herr Melnik wird demnächst deutsche Politiker in die ukrainische Botschaft einbestellen, um das eine oder andere Hühnchen mit ihnen zu rupfen.

Siehe auch hier: rnd

Eine gesunde Jugend in einem gesunden Land

Solange nicht geflucht wird und keine ungewöhnlichen Dekolletés Jugendliche gefährden, geht in den USA ziemlich viel. Wenn in Computerspielen das Blut ein wenig spritzt und Leute schon mal in ihre eigenen Därme eingewickelt werden, so ist das halb so wild und soll den Jugendschutz nicht interessieren – hingegen selbst sanfte Pornographie und unflätige Ausdrücke, das ist natürlich nichts für Jugendliche, und selbstverständlich sollten anständige Erwachsene solche abseitigen Geschmacklosigkeiten meiden und, wenn sie schon keine Heiligenbildchen sammeln, sich lieber Knarren an die Wände hängen als Abbildungen von Schweinereien.

Gericht kippt Killerspielgesetz