Erfolg und Mißerfolg

Einer der sichersten Wege zum Mißerfolg ist die Idee des Erfolgs, der Glaube, wir könnten mit unserem Tun dauerhaft erfolgreich sein. 

Eine andere kräftig sprudelnde Quelle des Mißerfolgs ist die Idee, den Mißerfolg durch Negierung der Idee des Erfolgs vermeiden zu können. Ob du Blümchen streichelst oder alte Bücher: Mißerfolg ist dir gewiß. Das Scheitern ist universell. Der farbenfreudige Künstler wird das Bild, das er malt, nicht vollenden.

Doch deshalb die Palette wegzuwerfen und sich statt dessen nur noch mit Schwarzweißfotografie zu beschäftigen, das wäre eine ästhetische Reduktion ohne Sinn, so als würde ein Häftling im Gefängnis aufhören, seinen Traum von der Freiheit zu träumen, den Traum, der ihn aufrecht hält.

Erfolg

Erfolg ist nicht nur appendizischer Ausdruck der Sinnlosigkeit – nämlich Folge des Suchens nach Sinn –, sondern gleichzeitig ihr ironischer Kommentar, denn Erfolg ist niemals von Erfolg gekrönt. Bestenfalls ist er so etwas wie die Wegzehrung auf dem Marsch nach irgendwo. An den Rändern dieses Weges aber liegen überall die leeren Tüten unserer Vorgänger.

Erfolg und Professionalität

Erfolg hat meistens nicht viel mit guter Leistung und Professionalität zu tun. Es muß nur genügend Leute geben, die das anerkennen, was du tust, und rote Teppiche auf deine groben Bretter legen. In diesem Fall kannst du dir sogar die Leistung sparen. Bohlen werden beinahe ganz von allein zu Laufstegen.