Über Denken und Meinen

Wenn eine Meinung in einem urteilsfähigen Kopf entsteht, haftet ihr eine wie auch immer geartete Plausibilität an, und die Meinung ist ernst zu nehmen. Der Grad der Plausibilität ist jedoch stets abhängig vom Grad der Durchseuchung dieser Meinung mit Vorurteilen, von denen niemand ganz frei ist. Und wer glaubt, seine Urteilsfähigkeit sei so rein wie Quellwasser, der unterliegt einem Vorurteil.

Wenn eine Meinung in einem vorurteilsfähigen Kopf entsteht, haftet ihr wenig Plausibilität an, und die Meinung ist nicht sonderlich ernst zu nehmen. Der Grad der Plausibilität ist jedoch stets abhängig vom Grad der Durchseuchung dieser Meinung mit plausiblen Urteilen, von denen niemand ganz frei ist. Und wer glaubt, die Vorurteilsfähigkeit anderer sei so rein wie Quellwasser, der unterliegt einem Vorurteil.

Wir sollten also nicht nur denken, bevor wir etwas sagen, sondern auch genau hinschauen, auf welchen Prämissen dieses Denken beruht.

Nur wer sein eigenes Denken bedenkt, kann saubere Meinungen produzieren. Das ist mit Sicherheit kein Vorurteil.

Die eigene Meinung

Daß so viele Menschen aber auch so wenig Zutrauen zu der eigenen Meinung haben – kaum widerspricht man ihnen höflich und vorsichtig und erklärt, warum, da schreien sie gleich Zeter und Mordio und behaupten, man wolle ihnen etwas einreden und die eigene Weltanschauung als objektive Wahrheit deklarieren. Lustig ist das vor allem dann, wenn man versucht, andere, die ihre subjektive Wahrheit als objektive setzen und das nicht bemerken, auf diesen Umstand hinzuweisen. Dabei ist Kritik doch nur Anregung zum Denken. Na ja, eben. Kein Schmiermittel zur Vorurteilspflege. Aber das bekommen sie doch zuhauf, wenn sie mit Gleichgesinnten reden. Wieso nur erwarten sie das von mir? Harmoniebedürfnis in Ehren, aber wenn ich nur mit Gleichgesinnten spräche, würde ich noch kleinere Gedankenkrümel produzieren.