Wahrnehmung

Glücklich ist, wer wahrnimmt, daß er glücklich ist. Man könnte meinen, viele Menschen wären glücklicher, wenn sie nur etwas bewußter durchs Leben gingen und sich nicht so sehr von dem medialen Tinnef ablenken ließen, der sie tagtäglich überflutet.

Aber leider würden auch viele ihr Unglück wahrnehmen, wenn ihr Bewußtsein nicht so getrübt wäre. In der Summe bleibt das vermutlich mindestens gleich.

Unglücklich ist, wer wahrnimmt, daß er unglücklich ist.

Über das Glück

Je weiter wir uns von unserem Unglück entfernen, um so weniger wird uns unser Glück bewußt, und am Ende wird unser Glück, wenn wir nicht achtgeben, zur Quelle der Unzufriedenheit, die dafür sorgt, daß wir ins Unglück zurückfallen. Wahres Glück ist immer ganz in der Nähe des Unglücks.

Über das schwere Los der Menschen

Nur wenige Wege gibt es, die ins Glück führen, und fast alle sind sie lang und beschwerlich. Daher entscheiden sich die meisten Menschen, dort zu bleiben, wo sie sind, oder einen der vielen bequemen Wege zu gehen, die im Unglück enden.

Die einfältigsten Menschenwürfe springen einfach in das nächste Loch, das sich vor ihnen auftut. Und wenn es nicht zu tief ist, machen sie es sich dort bequem und singen das Hohelied der Zufriedenheit oder beklagen bitter ihr Unglück, je nach Temperament. Und einige durch Zufall vom Glück verfolgte Pilzmenschen tappen blind durch die Gegend und versuchen mit aller Kraft, das Glück abzuschütteln, als wären sie in ein Klettenfeld geraten.

Selbst die wenigen, die ihr Glück erkennen, vergessen niemals ganz, ihr Unglück von Zeit zu Zeit wortreich zu beklagen. Denn das schwerste Los scheint es, schwerelos zu sein, Schwere los zu sein.

Glück

Es gibt kein größeres Hindernis beim Glücklichwerden als die tatsächlich mögliche Umsetzung dieser Vorstellung. Die meisten Menschen laufen lieber Unmöglichem hinterher und sind unglücklich, oder sie sind zufrieden mit irrealer Kitschbildvirtualität.