Stiftungen

Beim Wort Stiftung denkt der Unbedarfte an SOS-Kinderdörfer und Bildungsförderung, an Wohltätigkeit und uneigennützes Verhalten. Es gibt unendlich viele Wohltäter, die große Vermögen stiften. Schaut man dann aber genauer hin, etwa bei den über fünfzigtausend Stiftungen in Liechtenstein, dann stellt sich heraus, daß dieser Ort so eine Art Stall für ausländische Sparschweine ist, zu dem im Normalfall nur einer Zugang hat, wenn es ans Schlachten geht: der Stifter selbst.

So etwas nennt man Etikettenschwindel.

Kitsch und Kunst und Kommerz

Spätestens dann, wenn ein mehr oder weniger beliebiges Kindergartenbild durch zelebritäre Signatur und professorale Expertise galeriefähig wird – und damit begehrtes Objekt des Kunstmarktes –, während ein vergleichbares Werk eines unbekannten Künstlers im scheinbar wissenden Lächeln der Fachleute verblaßt, ahnen wir, daß es für den einigermaßen Kunstverständigen nicht so sehr um die vergleichsweise einfache, wenn auch weniger relevante Unterscheidung von Kunst und Kitsch geht, sondern vielmehr um die zwischen Kunst und einträglicher Scheinkunst, also Kunstkommerz. Das eine vom anderen definitorisch klar zu distinguieren ist jedoch wegen der Vielfalt der Erscheinungsformen und Widersprüche ein aussichtsloses Unterfangen. So bleibt uns nichts als unser individueller Blick, die Intuition des wachen Rezipienten und der koryphäenkritische Verstand.

Verschwendung ist Trumpf

Zeit ist Geld. Dummer Spruch von Raffern, die nicht begriffen haben, daß Geld oberhalb des Durchschnittseinkommens immer mehr seinen Wert verliert und es deshalb unsinnig ist, seine Zeit für den Gelderwerb zu opfern, statt darüber nachzudenken, wie man sich mit Geld Zeit kaufen kann.

Eines aber haben Zeit und Geld gemeinsam: Allzu viele Leute können nicht damit umgehen und verschwenden beides auf absurde Art und Weise.