Traditionen

Du lernst das Laufen
auf verblichnen Knochen
und sprechen mit
zerbrochnen Schädeln
trinkst Blut
wie alle Diadochen
versuchst dich
in die Welt zu fädeln.

Verbrauchte Luft
füllt deine Lungen
noch ehe du
das Licht erblickst
und eigne Worte
sind verklungen
eh du vor ihrem
Klang erschrickst.

Du siehst den Platz
in den Ruinen
wo mancher
seinen Tag verbracht
da waren Kerker
Guillotinen
und manchmal
spürst du dort
die Nacht

Gerade jetzt

Die Fenster knacken
Schnaubend springt der Wind sie an
Weltatem flattert
Zischend in die Nischen.
Im Bett der warme Regen.

Die Fenster flattern
Im Blut verzischen Sterne
Dein Atem schmeichelt
Sanft um meine Haut
Und Hände spüren Hände.

Sind nicht die eignen
Die sich in sich verzehren
Doch nah wie sie und
Wie ein Sommertag.
Mit lichtem, leisem Atem

Im Kopf der Zeit

Milliarden die im
Keim verdarben
sind um uns
wenn wir
uns verbergen
auf abgerißner
Glieder Narben
im Dunkel tappen
zwischen leeren
Särgen.

Hier stirbt man nicht
reiht Tode nur an Leben
formt Sedimente
Schicht für Schicht
dem Feuer
preisgegeben

Die Helfer des Sisyphos

Sie rollen früh durch
erste Kinderträume
und kommen spät
heraus ans Licht
des Tages
als Sinnbild des
kosmischen Flügelschlages
bewegte Beweger
im dunklen Raum.

Bald sprühen sie Funken
bald weißen Schaum
und lehren die Kunst
des schnellen Ertrages
sind Treiber des
künstlichen Hammerschlages
harmlos gekleidet
in eisernen Zaum.

Und sind bis heute
nicht von uns gewichen
beherrscht von Reibung
und Gravitation.
Sie kommen getanzt
sie kommen geschlichen
und spucken Feuer
verteilen den Lohn.

In ihnen sind keine
Jahre verstrichen:
Sie dienen dem Kreis
dem höllischen Sohn