Der Niemand und die »Niemandheit«

»Jemand zu sein ist nicht möglich, es liegt nicht in der Natur der Dinge. Wir können nur niemand sein«, sagte der Guru, heimlich durchdrungen von seinem eigenen Jemandsein im Niemandsein.

Aber ist es nicht in Wirklichkeit so: Auch wer niemand ist, ist jemand, denn das Sein konstituiert sich im »ist« – und nicht im »…mand«. Niemand könnte nur »sein«, wer nicht ist. Aber wenn er nicht ist, ist er nicht. Auch nicht niemand. Niemand gibt’s nicht. Es gibt nur den Niemand als Wertkategorie, nicht als Seinskategorie. Wenn der Guru also absieht von »der Natur der Dinge« und die Niemandheit begrenzt auf ihr blutleeres kategoriales Sein, das Existentielle außer acht lassend, dann will ich dem gerne Geltung zusprechen, möchte dabei jedoch die nichtautonome metaphysische Seinsqualität des Gurus ausdrücklich mit einbeziehen.

2 Antworten auf „Der Niemand und die »Niemandheit«

  1. Vielleicht meint der Guru ja, er wäre gerne Niemand. Zum Beispiel wenn er mit voller Wucht gegen die Glastür rennt, und diese noch geschlossen ist. In solchen Momenten wäre ich auch gerne Niemand. Und weil ich das nicht sein kann, wäre ich gerne eine Maus, oder irgendwas kleines. Zur Not die Steinplatte am Boden 🙂

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