Über Empathie

Wenn wir verliebt sind oder wenn uns ein andrer leid tut, dann versuchen wir, wenn wir es können und wenn wir nette Menschen sind, uns in ihn einzufühlen.

Aber so traurig das auch klingt: Wir können niemals die Perspektive des andern einnehmen, sosehr wir uns auch mit Verständnis und Toleranz einzufühlen versuchen.

Was wie einnehmen können, ist immer nur die Perspektive, von der wir glauben, daß sie die des andern sei – und immer schleppen wir unsere Irrtümer mit hinein. Ja, es ist sogar eine Art Anmaßung dabei, wenn wir dem andern sagen: Ich verstehe dich. Ist es nicht so, daß wir dem andern unsere Version von seiner Perspektive überzustülpen versuchen und damit seine eigene in Frage stellen?

Einer, der nicht todkrank ist und es nie war, wie sollte der die Perspektive eines Todkranken einnehmen können? Einer, der nicht verliebt ist und es nie war, wie sollte der …

Eine Antwort auf „Über Empathie

  1. Cueneyt schreibt am 12.02.2007 um 18:34 Uhr:
    ich nehme mal an auch einer dieser menschen die es schon kategorisch von vornherein ablehnen…wen „jamand“ anderes ihm gutes oder zuneigung…oder ähnliches zukommen lassen will…

    mit einem satz abgekürzt: „ich weiß schon selbst was für mich am besten ist“…naja ich nenne das eher „egoist“….

    nur meine meinung…kann ich natürlich irren…

    Jeder mensch hat schon einmal gute oder schlechte erfahrungen gemacht und kann situationen oder ereignisse nachempfinden…

    wo bitte ist das anmaßend?

    Lyriost schreibt am 12.02.2007 um 18:40 Uhr:
    Das bestätigst genau das, was ich gesagt habe. Es ist dir nicht gelungen, meine Perspektive einzunehmen, aber du „nimmst an, einer dieser Menschen“ – und den Stempel drauf. Dabei ist es doch nur DEINE Annahme, hat mit mir nix zu tun. Eigentlich stempelst du also dich selbst. Genau das meinte ich. 😉

    Cueneyt schreibt am 12.02.2007 um 18:43 Uhr:
    wer lesen kann ist klar im vorteil…da steht….“nur meine meinung“…aber was ja nicht heist das ich mich mit meiner lebenserfahrung…ob positiv oder negativ…doch in situationen reinempfinden kann…oder?

    2.
    typisch für menschen die das von vornherein ablehnen..sie können und werden nir auf fragen antworten?…meine feststellung!

    Lyriost schreibt am 12.02.2007 um 18:55 Uhr:
    Was ist eine Meinung über meinen Text wert, die du schon hattest, bevor du gelesen hast, was ich geschrieben habe?
    Deine Meinung war schon da, bevor du hier warst, und ohne daß du das kanntest, zu dem du eine Meinung hast. Man sollte sich mit Meinungen etwas mehr Zeit lassen, denke ich. Sonst vermeint man sich leicht. 😉

    sunnysightup schreibt am 12.02.2007 um 18:56 Uhr:
    „Nur meine Meinung…“ sagt doch schon einiges aus. Verständnis kann nur aus einem reichen Erfahrungsschatz resultieren, aber auch ähnliche Erfahrungen sind äußerst individuell. Kann Lyriost nur zustimmen…

    zartgewebt schreibt am 12.02.2007 um 23:42 Uhr:
    Sicher stülpen wir auch über – keine Frage! Das EGO ist ja sehr gefräßig…

    Nur…ich weiß nicht, vielleicht hat ja unser GESAMTSELBST einen enormen Erfahrungsschatz vorzuweisen, und in gewissen Situationen sind wir eventuell befähigt (wenn wir unser EGO beiseite lassen), eben diesen inneren Erfahrungsschatz des GESAMTSELBST anzuzapfen, daraus zu schöpfen – und sind somit des Mitfühlens mächtig…

    perenike schreibt am 13.02.2007 um 12:21 Uhr:
    zumindest kann ich da sein – und versuchen einen anderen zu verstehen. ich und mein gegenueber werden immer in zwei verschiedenen welten leben. mehr als anteilnahme und zuneigung ist wohl nicht moeglich – aber das ist doch auch was – ein versuch einer annaeherung – wohl wissend, dass ich nie voellig verstehen werden.
    ich wuerde gerne einmal – nur fuer eine stunde – die welt mit deinen augen sehen 🙂

    Cueneyt schreibt am 13.02.2007 um 12:23 Uhr:
    ne sorry ih nicht….wer nicht mitfühlt..oder jemandem beisteht…lebt auch nicht mehr….und assedem scheint das ja nicht mehr angezeigt zu sein..gefühle…oder verständniss für etwas zu zeigen…vollhirnis eben

    perenike schreibt am 13.02.2007 um 13:04 Uhr:
    manchmal ist gefuehl und verstaendniss angezeigt. manchmal ist es besser sich abzugrenzen. verbringe einmal einen tag mit einem paranoid-schizoprenen, der gerade voll in fahrt ist. mit einfuehlsamkeit reisst du da kein leiberl. jemand der sich selbst kaum noch wahrnimmt braucht orientierung und klare grenzen.

    naja – vollhirni meinereiner – gelle

    Cueneyt schreibt am 13.02.2007 um 13:12 Uhr:
    ich denke diese diskusion ist auf „normal“ denkende menschen ausgerichtet…mit „kranken“ menschen umzugehen ist natürlich eine ganz andere sache…

    aber der grundsatz das alle die jemandem „gutes“ z´tun wollen…wie auch immer sei „anmaßend“…ist stupf gerührte scheiße!

    sorry

    Lyriost schreibt am 13.02.2007 um 13:32 Uhr:
    Schon an der Wortwohl von Cueneyt wird dessen außerordentliche einfühlsame Kompetenz und sein Verständnisvermögen deutlich. *g*

    Cueneyt schreibt am 13.02.2007 um 13:39 Uhr:
    für solche leute wie dich?…nur das allerbeste….:-)

    Lyriost schreibt am 13.02.2007 um 13:48 Uhr:
    Das wünschen wir doch jedem. Oder? 😉

    timooo schreibt am 13.02.2007 um 15:47 Uhr:
    Diese Diskussion hier ist einbisschen philosophisch, glaube ich.
    Das erinnert mich an den Untericht, wo meine Lehrerin sagt, dass wir Einfühlungsvermögen haben sollen. Obwohl wir etwas nicht selbständig erfahren haben, können wir durch indirekte Erfahrungen ganz genau wissen, worum es geht. Dann können wir den anderen helfen und auch tolerant sein.
    Es ist bestimmt, dass wir kein völlig reales Gefühl haben, was beispielsweise eine totkrankheit ist, wenn wir dies nicht erlebt haben. Aber das heisst nicht, dass wir die nicht verstehen können. Nur das Gefühl ist nicht so stark wie die anderen.
    Damit habe ich so gemeint. 🙂

    Aber wirklich ist, wenn man nicht vor Lebensgefahr steht, weisst man das Leben nicht zu schützen.

    LIEBE GRÜßE
    TIMO

    Lyriost schreibt am 13.02.2007 um 16:09 Uhr:
    Du hast ganz recht, Timo, bis auf eines: „Ganz genau“ wissen können wir nicht. Und obwohl wir, wenn es UNS schlechtgeht, gern laute Musik hören, sollten wir nicht
    dem andern durch Musikmachen helfen wollen, ohne ihn vorher zu fragen, ob das bei ihm genauso ist. Lieben Gruß

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