Hierarchisches Denken

Ob im gesellschaftlichen Leben oder bei der Herausbildung einer philosophisch-religiösen, spirituellen Weltanschauung in einem Kopf: Nichts erzeugt im Menschen so zuverlässig Ohnmacht wie der Glaube an die Natürlichkeit hierarchischer Strukturen. Dabei ist dieser Glaube nichts anderes als ein epiphänomenales Konstrukt der Naturbetrachtung und entspringt einem tiefverwurzelten Bedürfnis nach Sicherheit durch Unterordnung.

Es ist ebenso wie in einem Wolfsrudel: Wer nicht die Kraft und den Mut hat, einem Alpha-Tier, und sei es auch ein imaginierter Gott, Paroli zu bieten, der versucht durch Unterordnung zu vermeiden, in die Rolle des Omega-Tieres gedrängt zu werden. Und genau das geschieht häufig gerade durch diese Willfährigkeit.