Danke schön

Die Ukraine drosselt den Gastransit aus Russland nach Europa. Auch eine Art, danke schön zu sagen. Sind eben nette, freundliche Menschen in der ukrainischen Regierung, nicht nur in der ukrainischen Botschaft in Deutschland.

So geiht dat

24.2.2022 „Der Mercedes-Konzern hat im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 23,4 Milliarden Euro erzielt, fast sechsmal soviel wie im Vorjahr, als der Gewinn 4 Milliarden Euro betragen hatte.“

6.5.2022:
„Daimler schickt bis zu 9.000 Bremer Beschäftigte in Kurzarbeit.“

Verplempern

Mit dem Leben ist es wie mit dem Geld. Die einzige Art, tatsächlich etwas davon zu haben, ist es, dieses in Umlauf, in Bewegung zu bringen. Manche nennen das „verplempern“. Das ist eine naive Denkweise. Denn was wäre die Alternative? Der eine verplempert sein Leben mit Musikmachen, der andere mit dem Plattsitzen des Hinterns in einem Büro, und wieder ein anderer wechselt ständig die Reifen, anstatt zu fahren.

Wichtige Frage

Manchmal gibt es wichtige Fragen zu klären, zum Beispiel die, ob Rilke in seiner Hölderlin-Elegie das Wort Seeen mit drei „e“ geschrieben hat oder nur mit zwei. Tatsächlich mit drei, und das leuchtet mir ein.



Verweilung, auch am Vertrautesten nicht,
ist uns gegeben; aus den erfüllten
Bildern stürzt der Geist zu plötzlich zu füllenden; Seeen
sind erst im Ewigen. Hier ist Fallen
das Tüchtigste. Aus dem gekonnten Gefühl
überfallen hinab ins geahndete, weiter.

Auf Erden gibt es Seen – „Seeen“ sind erst im Ewigen.

Selbstentwertung

Ich dachte, er sei Sprachwissenschaftler. Als er dann jedoch begann, mit dem Oszillieren herumzufuchteln, bis es überhandnahm und zum Blablaen verkam, wurde ich hellhörig, und spätestens dann, als er bei jedem zweiten Rechts- oder Linksabbiegen von Paradigmenwechsel fabulierte oder gar von paradigmatischer Wende, da wußte ich: Wieder nur ein professoraler Jargoneur, oszillierend zwischen Paradigmen und von dem je einen auf das je andre rekurrierend syllogierend. Das kann man mal machen – aber doch nicht ständig.

Zwischenweltler schreibt am 20.07.2011 um 14:26 Uhr:*grins*
Man könnte denken, Du berichtest aus dem Bundestag.


Lyriost schreibt am 20.07.2011 um 14:29 Uhr:Da sitzen sie auch. Aber meistens eine Ebene tiefer. 😉


Lyriost schreibt am 20.07.2011 um 14:44 Uhr:Sag mal, Zwischenweltler, bist du heute schon „abgeholt“ worden, um „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren?


Zwischenweltler schreibt am 20.07.2011 um 15:02 Uhr:Nö, dazu schiebt man mir immer ein Bänkchen unter.

Anmerkung: Kommentare nachträglich wiederhergestellt.

Wer zeigt wem was?

Bei der FAZ tut man sich mal wieder schwer mit dem Lesen. Man vergleiche die Handschrift mit der Legende. „Adele zeigt ihren Brüsten die Männer“, müßte es richtig in der Bildunterschrift unter der Legende des Autors heißen. Nicht „Adele zeigt ihre Brüste den Männern“. Das wäre banal. Waechter war ja nicht blöd.

FAZ

Mini-Miszellen 5 – Über Kommunikation

Es gibt Menschen, die tatsächlich zu glauben scheinen, es stärke die eigene – nicht begründete, nicht argumentativ erklärte – Meinung, wenn sie die – begründete, also mit Argumenten hervorgebrachte – Meinung anderer unterdrücken und/oder als Blödsinn, Schwachsinn et cetera abtun. Tatsächlich ist das nur ein Zeichen von Unsicherheit und Meinungsschwäche. Oft wachsen daraus als nächste farblose Blüten Beleidigungen und manchmal sogar Drohungen.

Wer meint, Emotionen seien so gut wie sachliche Erklärungen, dem sei gesagt, daß Emotionen kein ausreichender Ersatz für sachliche Begründungen sind, denn: Emotionen sind (auch im Gegensatz zu Beleidigungen und Drohungen) etwas Subjektives, das heißt weder objektiv nachweisbar noch juristisch relevant. Das gilt auch für Menschen, die von sich glauben, ihre emotionale Intelligenz sei ausgeprägter als die von anderen.

Nüchtern und sachlich zu argumentieren ist kein Zeichen von emotionaler Inkompetenz, rein emotional zu agieren dagegen kann ein Zeichen von Unreife sein.

Mini-Miszellen 4 – »Lawrow poltert«

»Lawrow poltert« in beinahe allen Medien in den Überschriften, und ich wundere mich darüber, daß es im dazugehörigen Text eher ruhig und sachlich zugeht. Über die Einheitlichkeit bei der Benutzung von Verben und Adjektiven (von den Nomen ganz zu schweigen), wenn es um den Ukraine-Krieg geht, wundere ich mich allerdings schon lange nicht mehr. Abgesehen davon, daß vieles ganz offensichtlich aus der propagandistischen Wortwahl des ukrainischen Botschafters entlehnt ist, zeigt das natürlich, wie weit der unbeugsame Wille zur Einseitigkeit gediehen ist und wie Mitläufertum bis in die Sprache hinein funktioniert.

Mini-Miszellen 3 – DUDEN

Daß man sich beim DUDEN mit der rechten Schreibung bisweilen schwertut, ist ja nun nichts Neues. Aber vier Fehlschreibungen auf einer kleinen Seite im DUDEN-Shop finde ich ein wenig zu üppig. Hätte man nicht vorher die preiswerte DUDEN-Sprachberatung (derzeit etwa zwei Euro pro Minute, exakt 1,99 Euro) konsultieren können? Vermutlich gibt es dort sogar einen noch günstigeren Haustarif. Ich gebe ja zu, daß es ohne Brille manchmal schwierig ist, ein Divis nicht mit einem Gedankenstrich zu verwechseln, und ein »x« von einem »u« leichter zu unterscheiden ist als ein »x« von einem »×«. Aber einen falschen Bezug sollte man mit einigem Nachdenken doch entdecken, und daß man »zweimal« von jeher zusammenschreibt und nicht getrennt, sollte jemand, der sich mit Sprache beschäftigt, wissen. Alternativ kann man den Text vor der Veröffentlichung notfalls einmal oder besser »zwei Mal« lesen.

DUDEN

O FASCISMO NA UCRÂNIA — Virtualidades

Toda e qualquer guerra, por mais que se busque encontrar para ela uma justificativa, não deixa de ser uma irracionalidade. Se torna nova prova cabal e quase definitiva da incapacidade humana de sermos ao mesmo tempo racionais e empáticos, capazes de entender quaisquer questões também por ponto de vista oposto ao nosso. E esses conflitos, […]

O FASCISMO NA UCRÂNIA — Virtualidades

Mit Kot werfen

Die Praxis der Cancel Culture wurde von Affen erfunden, die es leid waren, daß die Menschen ihnen ständig ihre Bananen wegfressen, obgleich das Verzehren von Bananen eindeutig Affensache ist und das Verhalten der Menschen eine ungebührliche kulturelle Aneignung. Da darf man als Affe auch mal seinem Unmut Luft machen und mit Kot werfen.

Lesen als heimliche Räuberei

Wenn wir einen Schriftsteller beim Lesen beobachten, dann wissen wir nicht, in welchem Grade er das, was er lesend ausdeutet, später schreibend ausbeutet. Ausbeuten wird. Oder ob seine Leseintention die eines Abhörspezialisten oder eines Grabräubers ist. Wenn sie auf dem Weg zu sich selbst sind, sollten Schriftsteller mehr schreibend denken als lesend schreiben.

Leise

Wie immer leise
hinter dem Schlachtgebrülle
Stimmen der Vernunft

man braucht schon gute Ohren
um sie zu hören

Brigadegeneral a.D. Erich Vad

Ergänzung: Daß der Herr Melnik, ukrainischer Oberaufseher über deutsche Außenpolitik und die deutsche Presselandschaft, angesichts der ungewohnt sachlichen Äußerung des ehemaligen Generals sofort in gewohnter Manier aufs hohe Roß gestiegen ist und die üblichen Beleidigungen und moralischen Verurteilungen von sich gegeben hat, versteht sich von selbst. Normalerweise werden solche Botschafter höflich gebeten, mal im Auswärtigen Amt vorbeizuschauen. Da das nicht geschieht, vermute ich, Herr Melnik wird demnächst deutsche Politiker in die ukrainische Botschaft einbestellen, um das eine oder andere Hühnchen mit ihnen zu rupfen.

Siehe auch hier: rnd

Eine gesunde Jugend in einem gesunden Land

Solange nicht geflucht wird und keine ungewöhnlichen Dekolletés Jugendliche gefährden, geht in den USA ziemlich viel. Wenn in Computerspielen das Blut ein wenig spritzt und Leute schon mal in ihre eigenen Därme eingewickelt werden, so ist das halb so wild und soll den Jugendschutz nicht interessieren – hingegen selbst sanfte Pornographie und unflätige Ausdrücke, das ist natürlich nichts für Jugendliche, und selbstverständlich sollten anständige Erwachsene solche abseitigen Geschmacklosigkeiten meiden und, wenn sie schon keine Heiligenbildchen sammeln, sich lieber Knarren an die Wände hängen als Abbildungen von Schweinereien.

Gericht kippt Killerspielgesetz