Falschgläubige

Gläubige ernennen andere Gläubige zu Ungläubigen, Rechtgläubige fühlen sich im Recht, Nichtgläubige sind stolz auf ihre scheinbare Resistenz in Glaubensfragen, aber sie alle sind Falschgläubige, weil sie denken, es gäbe etwas Rechtes zu glauben oder nicht zu glauben. Tatsächlich gilt es zu wissen, daß Glaube eine schlechte Angewohnheit ist wie Alkohol- oder anderer Drogengenuß und wie dieser gleichermaßen kurzfristig berauschend, mittelfristig problematisch und auf lange Sicht verhängnisvoll. Letzteres dem Leben ohne Drogen nicht unähnlich.

Jeder oder keiner

Wie merkwürdig, selbst bei einem so gebildeten Mann wie Goethe solch einen gravierenden Logikfehler zu finden:

Kircher hat bei dem vielen, was er unternommen und geliefert, in der Geschichte der Wissenschaften doch einen sehr zweideutigen Ruf. Es ist hier der Ort nicht, seine Apologie zu übernehmen; aber so viel ist gewiß: die Naturwissenschaft kommt uns durch ihn fröhlicher und heiterer entgegen als bei keinem seiner Vorgänger.

Farbenlehre

Das Gegenteil wäre richtig: Fröhlicher und heiterer als bei jedem …, nicht bei „keinem …“ Oder so fröhlich und heiter wie bei keinem …