Rechtfertigung

Menschen auf verzweifelter Sinnsuche oder solche in einer schmerzenden Sinnkrise fragen sich manchmal, wodurch das Dasein der Welt gerechtfertigt, worin es begründet sein könnte. Doch bedarf es einer Rechtfertigung, und ist Rechtfertigung tatsächlich möglich? Rechtfertigung setzt Moral voraus, jede Moral jedoch ist wegen ihrer Relativität fragwürdig, und es verbietet sich, das eine Fragwürdige auf der Grundlage eines andern Fragwürdigen zu rechtfertigen. Sinnleere kann nur dem weh tun, der an Sinn glaubt; wenn einer jedoch an Sinn glaubt, ist Sinnleere nicht existent. Paradox, mal wieder. So scheint aller Schmerz in Hinsicht auf den Sinn des Seins entbehrlich, es sei denn, man ist von der Existenz als Inkarnation des Bösen überzeugt. Doch auch in diesem Fall wäre das metaphysische Zähneklappern Folge eines moralischen Miß-Verständnisses.

Eine Antwort auf „Rechtfertigung

  1. Buddha hat ja so recht! Und mit ihm all die Stoiker, Zyniker, auch Epikur wollen wir nicht vergessen, aber erinnere ich mich auch nur an einen von ihnen, wenn mir der Zahn weh tut? Nein, im Moment der, wir können sie animalisch nennen oder unmittelbar, Empfindung vergesse ich alle Weisheitslehren.
    Auch, wenn dieser oder jener mich ärgert oder der Fernseher mir den allgemeinen Ärger aufgeregt entgegenbrüllt denke ich nicht zuerst an diese.

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