2 Antworten auf „Botschaft aus Kakanien 5

  1. Das klingt nach einem heißen Sommer nach dem Bericht eines DLRG – Schwimmers. Oder der immer vergeblichen Suche nach Sinn, wobei es anscheinend noch einen festen Halt, einen Rand gibt – festhalten!

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  2. Nein, liebe gerlint, das war eher ein kalter Winter damals. 😉

    Damals hatte ich täglich Fotos von den Wandlungen eines schmelzenden Eisblocks gemacht und mit Gedichten versehen. Die Fotos zu der Ausstellung in Brilon sind leider verlorengegangen.

    Von Thomas Winterberg (aus der „Westfalenpost“ vom 3.2.2012)

    Sie stellt vom 4. Februar bis zum 11. März im Museum Haus Hövener in Brilon aus: die Berliner Künstlerin Paula Doepfner.

    BRILON. Ein Eisblock ist ein Eisblock, solange er gut gekühlt wird. Aber was passiert mit ihm bei Zimmertemperatur? Seine Form behält er nicht. Nach und nach wird er in einen anderen Aggregatzustand wechseln, er wird flüssig. Aber das, was ihn einmal ausgemacht hat, wird nicht weg sein. Es wird sich lediglich verändern.

    Wer diesen Prozess beobachten möchte, darf immer wieder vom 4. Februar bis zum 11. März ins Museum Haus Hövener kommen. Nachdem die 1980 in Berlin geborene Paula Doepfner 2011 mit dem Kunstpreis des Kunstvereins Östliches Sauerland ausgezeichnet wurde, gestaltet die Künstlerin nun eine Einzelausstellung in Brilon. Das Motto „More than I can hide – mehr als ich verbergen kann“.

    Der 250 Kilo Eisblock, der bei minus 60 Grad unter ständigem Rühren transparent in Berlin gefrostet wurde, gestern im Thermobehälter abgeholt und per Stapler an seinen Platz gebracht wurde, verbirgt in der Tat einiges in sich.

    Zum Beispiel Glasscherben im Boden oder auf Papier geschriebene Zitate aus dem Robert-Musil-Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“. Der Künstlerin geht es um Wandlungsprozesse und um Vergänglichkeiten, um Gefühle von Zartheit bis Wut. „Mich interessiert der Prozess, jeden Tag wird man etwas anderes sehen. Und jeder wird andere Empfindungen und Wahrnehmungen dabei haben“, sagt Paula Doepfner und beschreibt ihre Ausstellung, die sich auf vier kleine Räume aufteilen wird – quasi vier besondere Kabinettstücke.

    Während das Eiswasser schmilzt, in eine Metallwanne tropft, zu Rostwasser wird und die Musil-Zitate freigibt, werden sich Streitszenen und weitere Zitate aus Lautsprechern überlagern. Selbst Streit kann nach und nach andere Formen annehmen, andere Aggregatzustände, andere Qualitäten. Man ärgert sich heftig, man trägt jemandem etwas nach, vielleicht verzeiht man sich sogar. „Ich wünsche mir gar keine feste Interpretation für diese Ausstellung. Jeder soll sich denken, was er mag, soll so weit denken, wie er mag. Aber es geht um Gefühle, um Schwingungen, die hoffentlich angestoßen werden“, sagt Paula Doepfner.

    In einer Großstadt wie Berlin wäre „More than I can hide“ vermutlich eine Ausstellung unter vielen. Vor allem Künsterkollegen und Experten kommen zu solchen Veranstaltungen. In Brilon ist diese Form der Kunst eher ungewöhnlich, mutig. Und doch soll sie eine möglichst breite Masse ansprechen. „Ich weiß, dass das in gewisser Art eine Herausforderung ist. Aber wir wollen bewusst einen Prozess anstoßen, einen Impuls geben. Kunst hat sich in ihren Ausdrucksformen verändert. Es geht gar nicht darum, etwas zu deuten. Vielleicht regen wir dazu an, die persönliche Situation zu hinterfragen. Es geht auch nicht ums Genießen. Vielleicht gefällt es manchem ja auch gar nicht. Aber allein der Anstoß, sich damit ausein­anderzusetzen, ist uns wichtig“, sagt Gabriele Landfried, Vorsitzende des Kunstvereins Östliches Sauerland.

    Der 1,10 mal 40 mal 50 Zentimeter große Eisblock ist aber nur ein Element der Ausstellung. Zu sehen sind auch großformatige Zeichnungen, die aus vielen winzig kleinen Punkten bestehen.

    Unangenehm verworren wirken sie im Detail, ein strukturiertes Ganzes ergeben sie aus der Ferne. Eine Leichtigkeit, die System hat. Aber auch getrocknete Blüten, die trotz ihrer Vergänglichkeit eine Schönheit haben, hat Paula Doepfner hinter Glas verdichtet.

    Dazu Kommentare auf der Website der Zeitung:

    breilohn04.02.2012 09:43
    Ein Eisblock als Symbol der Wandlung

    Muss man als SPD Kreistragsabgeordneter nachweisen, dass man n i c h t denken kann ?

    Hat Herr Wiese, als Kreistagsabgeordneter, sich nicht vor Antritt der Fahrt nach Berlin überlegt, dass er die Umwelt mit einer solchen sinnlose Autofahrt nach Berlin, um dort einen Eisblock zu holen, nachhaltig s c h ä d i g t !!!!!!!

    Mich würde interessieren, wer die Spesenabrechnung für diesen Blödsinn zur Bezahlung anweist.

    Indirekt doch die Stadt Brilon.

    Will der Briloner Bürgermeister mit solchen unnützen Ausgaben unbedingt einen Nothaushalt für Brilon erzwingen.

    lyriost04.02.2012 12:32
    Denken und Sinn
    „Denken“ können und „Sinn“ produzieren, das ist nicht immer so einfach, wie es scheint. Zum ersten: Offensichtlich sind Sie, breilohn, daran interessiert, Kunst zum Gegenstand von Parteiengezänk zu machen. Da Sie den SPD-Kreistagsabgeordneten ansprechen: Für welche Partei sprechen Sie selbst?

    Zum zweiten: Sie benutzen die Wörter „sinnlos“ und „denken“. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob es nicht sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist und (nebenbei gesagt) von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ob etwas „sinnvoll“ ist oder nicht? „Sinn“ ist etwas nicht Faßbares.

    „Mich würde interessieren, wer die Spesenabrechnung für diesen Blödsinn zur Bezahlung anweist.“ Aus meiner Sicht ein unsinniger Satz, denn „Spesenabrechnungen“ „weist“ niemand an. Sie werden abgegeben und bearbeitet und dann bezahlt oder nicht. Gar „indirekte“ Anweisungen? Sprachlich und logisch nicht mal am Rande des Sinnvollen.

    Das mit dem „Unnützen“ ist so eine Sache. Ich selbst finde solche Ausstellungen außerordentlich nützlich, weil sie dazu beitragen können, daß verkrustetes Denken aufgebrochen werden kann. Manche anderen Dinge, die Sie, lieber breilohn, nützlich finden mögen, stellen für mich vielleicht einen geringeren Nutzen dar, wenngleich ich Ihnen natürlich das gönne, was Sie selbst nützlich finden. Toleranz gehört wohl leider nicht dazu.

    lyriost09.02.2012 13:07
    Schade
    Schade, daß breilohn seine Meinung über meine Einwände für sich behält. Ich hätte mich gern ein wenig mit ihm gestritten, zum Beispiel über den Sinn von Autofahrten, nicht nur nach Berlin.

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