Plapperheinis Laberkiste. Markenkern.

Die CDU sei insgesamt »gut beraten, wenn sie an ihrem Markenkern der inneren Sicherheit festhält«. Sagt ein ehemaliger CDU-Innensenator in Berlin über einen, der Zäune errichten läßt, damit Obdachlose nicht zu ihrem Quartier unter einer Brücke gelangen können.

In Hamburg wird der »Markenkern der CDU« vermißt, die Stadt sei so autofahrerunfreundlich geworden. »Merkel entkernt die CDU«, heißt es in der SZ. Der Bonner Generalanzeiger sieht »Die Union … Marke ohne Wert«. Die NRW-SPD will »zurück zum Markenkern«. Und so weiter und so fort. Hatte man bisher gedacht, CDU, SPD oder andere ähnliche Gebilde seien Parteien, stellt sich nun heraus: Sind sie nicht, sie sind Marken, so wie ALDI oder das Posaunenwerk der evangelischen Kirche Hessen-Nassau – »es lohnt sich (, sich) für diese große Marke der EKHN einzusetzen« – oder DIE LINKE, wo es beim letzten Parteitag (aus dem Kreisverband Krefeld) hieß, »der Markenkern der Linken dürfe nicht aufgeweicht werden«. Glück auf im Betonbau.

Man möchte, leicht abgewandelt, mit Wilhelm II. sagen: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Marken.

2 Antworten auf „Plapperheinis Laberkiste. Markenkern.

  1. Zebulon schreibt am 09.11.2011 um 16:42 Uhr:
    Parteien-zur-Wahl-Spots sind auch nur Persil-Werbung.

    Lyriost schreibt am 09.11.2011 um 16:49 Uhr:
    Du meinst also, das Reden vom Markenkern ist ein Beitrag zur Ehrlichkeit in der Politik?

    Zebulon schreibt am 10.11.2011 um 08:54 Uhr:
    Es zeigt die Beschränktheit der Parteifunktionäre, die das Marketing-Fachsprech ihrer Werbeagenturen stolz zum Inhalt ggü. den Wählern machen.
    Sie plappern das nach, weil sie nicht kapieren, dass das nur das Werkzeug ist, um ihren Verein der Wählerschaft zu verkaufen … (sie machen sozusagen die Verkaufshilfe zum Produkt).

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  2. Und nun…… 11 Jahre später, erkennt man deutlicher denn je, dass all diese Marken doch ein und dieselbe sind. Sie stellten sogar aus Angst vor Fremdwerbung alle „russischen Kanäle“ ab. Und das Volk? Hofft auf einen milden Winter, ist es doch ein weiteres Mal der Werbung für günstiges Gas auf den Leim gegangen.

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