Spielend reich werden

Unsoziale Marktwirtschaft ist ein einfaches Spiel, bei dem alle dem Geld nachjagen, wie beim Fußball dem Ball, und das länger dauert als ein Fußballspiel, mindestens bis zur nächsten Inflation. Und am Ende gewinnen immer die Banken.

Rechnen

Man nimmt 40 Milliarden mehr Steuern ein als erwartet oder vielmehr errechnet, war unlängst zu hören. Gestern wurde bekannt, daß einige Hypo-Real-Estate-Banker sich mal eben um 55 Milliarden Euro verrechnet haben. Vielleicht sollte in den Schulen statt der Beschäftigung mit Differenzialrechnung und analytischer Geometrie lieber wieder größerer Wert auf die Grundrechenarten gelegt werden. Auch scheint mir bei den übelerregend hohen Summen, mit denen in der letzten Zeit jongliert wird, ein wenig die Anschaulichkeit zu leiden. Deshalb schlage ich vor, in Finanzverwaltungen und Banken wieder zum Abakus zurückzukehren. Zur Einführung empfehle ich einen Schnellkurs im Kaukasus.

(PS: Dieser Beitrag von 2011 ist aktueller denn je angesichts nicht existierendem Sondervermögen et cetera.)

Werbeschach

Ein verkehrt stehendes Schachspiel, über das sich zwei Spieler mit großem Ernst beugen und auf dem sie gleichzeitig ziehen. Und eine Fotografin, die ebensowenig Ahnung vom Schachspielen hat wie die Verlagsmitarbeiter, die den Buchumschlag zu verantworten haben. Glanzleistung.

Mich wundert dieser Fauxpas nicht, denn daß Fotografen bei Werbeaufnahmen tricksen, ist nichts Neues, da wird für Brauerei Blaß gern mal das Bier von der Konkurrenz eingekauft, weil es farblich überzeugender wirkt, oder mit Farbe aus der Tube nachgeholfen. Seien wir also froh, daß die Fotografin kein Halma-Spiel herbeigeholt hat, weil es bunter ist. Reklame ist verlogen. Bisweilen fällt es auf.

DW