Gesinne

Am meisten vermisse ich den Sinn beim Reden über den Sinn. Welch haltloses Geplappere ist das doch meistens, wenn Menschen vom Sinn sprechen, gar vom Sinn des Lebens. Man könnte dies Gerede als unsinnig bezeichnen, würde man nicht durch solche Wortwahl die Möglichkeit dessen einräumen, was im allgemeinen als Sinn bezeichnet wird. Tatsächlich könnte auch der Unsinn der wahre Sinn sein. Ja, »wahrer Sinn« – die bizarre Exotik der Sprache auf ihrem Höhepunkt. Ich bin mehr für sprachliche Erotik, etwa: das Rätsel des Seins oder die kryptischen Gestalten des Seienden.

Ein grausamer Lehrmeister, eine tödliche Seuche: Die Subjektivierung des Krieges bei Thukydides — 54books

von Carlotta Voß

Wir haben das Foto des Paares gesehen, beide in Militäruniform, sie einen Brautschleier über dem flecktarngemusterten Hemd und einen Blumenstrauß in der Hand: Heirat an der Front. Wir haben das Mädchen gesehen, das in der Fensteröffnung sitzt und entschlossen in die Ferne blickt, Lolli im Mund, gelb-blaue Schleifen im Zopf, ein Gewehr…

Ein grausamer Lehrmeister, eine tödliche Seuche: Die Subjektivierung des Krieges bei Thukydides — 54books