Divina providentia

Beinahe jeder einfach gestrickte Anwärter auf den Schwachsinnigenorden, der in größeren Dimensionen zu denken versucht, als man angesichts seiner Hirnleistungsfähigkeit erwarten könnte, schwafelt bisweilen von »ganz anderen Mächten« (der Vorsehung, den höheren Mächten), die er in die Geschicke der Menschen eingreifen sieht. Das kennt man aus Hitlers »Mein Kampf« , einem Prototyp wahnhaften theologischen Vorsehungsgeschwätzes.

Daß immer wieder moralisch Empörte diese »Mächte« als Reaktion auf den »Sittenverfall« ins Gespräch bringen, wie weiland Eva Hermann nach der Katastrophe von Duisburg (»Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen«), läßt tief blicken, tief ins schlichte Gemüt mit seinem schlichten Denken. Als wäre Gott eine Figur, die menschliche Vorurteile und Abneigungen hegte. Ich glaube eher, daß Gott auch an Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll seinen Spaß hat. Aber ich kann mich vielleicht täuschen.

2010

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