Fruchtbare Gespräche

von: Lyriost

Ein Gespräch zwischen Menschen ist dann besonders fruchtbar, wenn sie sich darin einig sind, daß sie sich in unterschiedlichen Dingen irren und das Ziel ihres Gesprächs nicht ausschließlich darin bestehen sollte, ihre Irrtümer zu nivellieren.

3 Antworten auf „Fruchtbare Gespräche

  1. Gretchen schreibt am 19.04.2010 um 13:41 Uhr:
    Hallo, Lyrost. Nur eine Einsicht, die frei von Irrtümern ist, kann Irrtümer als solche erfassen, oder nicht?

    Wie ist deine Luft über Dir? Zwar scheint die Sonne – aber wie durch einen leicht getönten Filter hindurch.

    Grüße
    Gretchen

    Gretchen schreibt am 19.04.2010 um 13:45 Uhr:
    bin heute etwas schusselig, „Lyriost“, bitte entschuldige.

    grenzgaenger schreibt am 19.04.2010 um 13:54 Uhr:
    lyrost…was für ein freudscher verschreiber. passt aber auch… 🙂

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 13:56 Uhr:
    Hallo, Gretchen,

    die Grundlage bei allem, was ich von mir und anderen höre, ist die Irrtumsvermutung. Bei anderen bin ich jedoch meistens noch etwas kritischer als bei mir selbst. Das gestehe ich mir zu, solange kein überzeugendes Gegenargument zum Fenster hereinfliegt.

    Hier scheint gerade die Sonne, störend, weil blendend durchs Fenster. Eben war es noch schummergrau.

    Liebe Grüße
    Ly

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 14:10 Uhr:
    Liebe Grenzgängerin,

    ich trinke jeden Morgen Rostschutzmittel. Auch in der trockenen Jahreszeit.

    GrafKroete schreibt am 19.04.2010 um 14:53 Uhr:
    Klingt irgendwie nach unspektakulärer, eigentlich normaler Kommunikation.
    Problematisch ist dies nur für Individuen, die Gespräche ausschließlich mit der Zielsetzung des Meinungs a u s t a u s c h es führen. Ich für meinen Teil ziehe es schon immer vor, meine Meinung, sofern ich mir die Mühe gemacht habe eine zu bilden, zu behalten ……….

    grenzgaenger schreibt am 19.04.2010 um 15:10 Uhr:
    lieber lyr-I-ost,

    ab einem gewissen alter hilft auch kein rostschutzmittel mehr… :-). nix für ungut. ich hab dich trotzdem lieb – virtuell gesehen natürlich.

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 15:19 Uhr:
    Die Frage ist dabei nun, GrafKroete, warum behalten? Man kauft sich doch auch mal einen neuen Mantel, obgleich man bereits einen hat. Vielleicht ist der alte zu abgetragen, vielleicht aber auch nur weniger elegant oder zu dunkel oder zu hell. Und wer kann sich schon ganz sicher sein bei jeder Meinung, die er hat, ob es tatsächlich die eigene ist?

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 15:26 Uhr:
    Das versteh ich nicht, liebe virtuelle Dame, das liegt jenseits meines rostschutzmittelgeschützten Grenzbereichs. Ja, wenn ich ein Ossi wäre … Bin aber doch Besser-Wessi. 😉

    GrafKroete schreibt am 19.04.2010 um 16:27 Uhr:
    Gute Frage werter Lyriost, warum behalten???? Letztendlich behalte ich „meine“ Meinung wohl nur um die Standpunkte die ich nun mal eingenommen habe vor mir zu rechtfertigen. Deshalb erwähnte ich ja auch die Mühe, die ich mir gemacht habe. Aber im Grunde bin ich ein Reisender, ich komme aus der „Unbestimmtheit“ und bin auf der Reise dorthin zurück ……….. und die Frage nach der „eigenen“ Meinung erübrigt sich. Mir ist schon lange klar woher Meinungen kommen. DIE eigene Meinung ist im besten Fall die durchdachte Übernahme der plausibelsten Aspekte dessen was man vorfindet ………… letztendlich alles eine Frage des Glaubens, weil menschliches Denkvermögen gar nicht in der Lage ist die Wahrheit zu erkennen.

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 16:35 Uhr:
    Ja, so kann man es sagen, Herr Graf. 😉

    grenzgaenger schreibt am 19.04.2010 um 17:01 Uhr:
    was genau verstehen sie jetzt nicht, herr ly? ihr rostschutzmittelgeschützter grenzbereich scheint schmaler/enger geworden zu sein. sie kapieren doch sonst auch immer alles gleich…

    GrafKroete schreibt am 19.04.2010 um 17:29 Uhr:
    Danke, für diese fruchtbare Unterhaltung, Herr Lyriost …… ;.)

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 18:20 Uhr:
    Tja, diesmal war es vielleicht nicht sonderlich fruchtbar, sondern nur angenehm. Immerhin. 😉

    wombat schreibt am 19.04.2010 um 22:20 Uhr:
    guten abend,

    wie immer ist der gedanke hinter einer sache das, was interessant ist und zählt.
    ohne ihnen an den karren fahren zu wollen – welcher gedanke geht in ihnen um?

    Lyriost schreibt am 19.04.2010 um 22:53 Uhr:
    … der Gedanke, daß niemand dauerhaft wirklich wissen kann, was richtig und was falsch ist, und daß wir alle uns das, was für den Augenblick gültig sein soll, ständig neu erarbeiten müssen.

    Unbreakable schreibt am 19.04.2010 um 23:39 Uhr:
    Der Augenblick vergeht auch ohne Wissen und Arbeit – und die Gültigkeit … nun ja, die ist dann eh Vergangenheit.

    Lyriost schreibt am 20.04.2010 um 10:03 Uhr:
    Ja, sicher, aber ist es nicht so, daß man den Augenblick besser genießen kann, wenn man weiß, daß er ein Augenblick ist und was ein Augenblick ist, und bekommt nicht dadurch die ziemlich eintönige Leinwand ein buntes Gesicht?

    Unbreakable schreibt am 20.04.2010 um 18:08 Uhr:
    „Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das würde Leben heißen!“, meinte schon Friedrich Hebbel. Wie er auch schon sagte: „Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.“ … hm… Kein Gedanke, der noch nicht gedacht … 😉

    Dennoch halte ich das Menschlein an sich für lern- und das Hirn für ausbaufähig. Völlig wurscht, wie letzteres strukturiert ist – das Leben findet einen Weg, wohin auch immer. Mehr geht halt zur Zeit noch nicht. 😉

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1014456/Wie-unser-Gehirn-funktioniert#/beitrag/vid eo/1014456/Wie-unser-Gehirn-funktioniert

    Lyriost schreibt am 20.04.2010 um 19:40 Uhr:
    Solange dem Menschlein nicht gesagt wird, in welche Richtung es lernen soll … 😉

    Unbreakable schreibt am 20.04.2010 um 21:31 Uhr:
    Denn es lernt nur aus Erfahrung … 😉

    „Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.
    Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt,
    Gewöhnlich für ein Ganzes hält;
    …“

    Lyriost schreibt am 21.04.2010 um 08:31 Uhr:
    Ja, Mister Mephistopheles, der hat es faustdick hinter den Ohren.

    Unbreakable schreibt am 21.04.2010 um 16:43 Uhr:
    Herr Goethe hatte es faustdick zwischen den Ohren. 😉

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  2. Na ja, das auch, aber hauptsächlich eher wegen der Erinnerung an die, die nicht mehr unter uns sind, und zur Freude einiger noch Lebender, deren Kommentare sonst verlorengegangen wären, denn Blogigo, der Anbieter, bei dem wir damals schrieben, hat ohne Ankündigung über Nacht den Betrieb eingestellt, womit alle Posts und Kommentare auf ewig gelöscht waren – bis auf die wenigen, die vom Literaturarchiv Marbach gesichert worden sind. Ich finde, die Kommentare gehören dazu und helfen nicht selten dabei, das Ganze besser zu verstehen, und manchmal sind es auch Dialoge, an denen ich selbst beteiligt bin. Außerdem lösche ich grundsätzlich außer den allerübelsten Beleidigungen keine Kommentare. Nebenbei gesagt: Ich sehe das Ganze als eine Art Umzug, und da wirft man ja normalerweise auch nicht alle Möbel weg. 😉

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