Intertextualität im Literaturbetrieb

Nichts weiter als eine mit sinnverkürzter poststrukturalistischer Terminologie vorgetragene Verbrämung der verbreiteten Vorliebe, mit möglichst gering gehaltenem Eigenbeitrag möglichst schnell groß rauszukommen und zum Mediendarsteller zu werden. Voraussetzungen: ausgeprägtes Ego, übertriebenes Gewinnstreben von Verlagen, ein skandalverliebtes und eventorientiertes Publikum und ein korrumpiertes oder sehbehindertes Feuilleton. In letzter Zeit mal wieder sehr auffällig, aber keine Innovation.

Eine Antwort auf „Intertextualität im Literaturbetrieb

  1. grenzgaenger schreibt am 20.03.2010 um 10:09 Uhr:
    Es ist zum Kotzen.

    Mdm_Mimm schreibt am 22.03.2010 um 17:05 Uhr:
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Gretchen schreibt am 22.03.2010 um 20:57 Uhr:
    Grüße Dich ganz lieb, Lyriost. Hoffe, daß die Frühlingsluft auch Deine Empfindungen hebt.
    Deine Sicht der Dinge hat eine unbestechliche Klarheit, finde ich auch bei diesem Beitrag.

    Gruß
    Gretchen

    Lyriost schreibt am 24.03.2010 um 09:43 Uhr:
    Liebe Gretchen,

    bei mir ist die erste Forsythienblüte angekommen, und auch Knöterich, Kletterhortensie und Flieder kommen so langsam richtig ans Knospen.

    Herzlich
    Lyriost

    Amanita schreibt am 28.03.2010 um 17:24 Uhr:
    Auf der Uni war Intertextualität mein Spezialgebiet. Was die Marketingfuzzis dieses jungen Mädchens da gemacht haben, hat mit Intertextualität nichts zu tun, es ist eine missbräuchliche Verwendung des Begriffs Intertextualität. Bei der Intertextualität kommt es nicht darauf an, fremde Texte in den eigenen möglichst unerkannt einzubauen, sondern aus dem permanenten Hintergrundrauschen der Texte, die man gelesen hat, einen eigenen Text zu gestalten. Die Leser erkennen die verwendeten Intertexte wieder und erweitern mit ihnen die Interpretationsmöglichkeiten des aktuellen Haupttextes, der vor ihnen liegt. Ziel ist das Entstehenlassen wiederum neuer Texte (in den Köpfen der Leser), sodass durch die Intertexte jeder Text als Teil eines „unendlichen Textuniversums“ erkennbar wird. Poststrukturalistische Autoren (z.B. teilweise Peter Handke) setzen den Intertext ein, um dieses Phänomen ins Bewusstsein des Publikums zu rücken. Handke hat jedenfalls seinen eigenen „Lesehorizont“ immer parallel zu seinen Romanen und Stücken in Tagebüchern genannt und damit sein Verfahren – und auch oft die Umwandlung der Intertexte in Neues – stets transparent gemacht.

    Lyriost schreibt am 28.03.2010 um 19:08 Uhr:
    Danke, Amanita, du hast den Begriff perfekt auf den Punkt gebracht. Als Ergänzung möchte ich noch hinzufügen, daß die tatsächliche Intertextualität nicht nur das Rauschen im Raum graphischer Repräsentation betrifft, sondern gewissermaßen postromantisch durch Intermedialität und synästhethische Kreativität gekennzeichnet ist und derartige Bezugnahmen in den meisten Fällen spielerisch-ironisch kenntlich macht, besonders dann, wenn der eigentliche Text ein Subtext ist, der hinter kunstvoller Maskierung seiner Entdeckung harrt.

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