Der Hochmut und der Fall

Wenn man einige Erfahrung im Fallen gesammelt hat und die Fallgesetze nicht nur theoretisch kennt, sondern auch ihre praktische Anwendung mit der ein oder anderen schmerzlichen Empfindung leiblich durchzuexerzieren gezwungen war, kann man sich wie eine Katze auf wohlbekanntem Terrain ohne weiteres auch mal eine Spur Hochmut leisten, wenn man glaubt, fremdem, gänzlich unangemessenem Hochmut begegnen zu müssen. Aber nur dann – und auch dann nicht ohne das Bewußtsein, daß dies ein selbstironisch-spielerischer Akt ist und kein integraler Ausdruck der Persönlichkeit.

Eine Antwort auf „Der Hochmut und der Fall

  1. Unbreakable schreibt am 05.10.2009 um 23:36 Uhr:
    Auch ein selbstironisch-spielerischer Akt ist ein Ausdruck der Persönlichkeit – ebenso wie fremder, gänzlich unangemessener Hochmut. ;o)

    Lyriost schreibt am 05.10.2009 um 23:59 Uhr:
    Guter Einwand, Unbreakable. Nichts Integrales, sondern Facette. Ich hab es ergänzt. Dank und Gruß.

    Gretchen schreibt am 06.10.2009 um 10:50 Uhr:
    Guten Morgen Lyriost, Dein Gedanke ist zu schön und zu groß, als daß ich mich hier in ein Wagnis stürzte, eine Weise zu spielen, vielleicht wäre es sogar hochmütig von mir, wollte ich Sinnreiches hier darüber schreiben.

    Und was verstehst Du unter „integraler Ausdruck der Persönlichkeit“?

    In Shakespeares Stücken, glaube ich die menschliche Seele in ihrem Wesen mit den Höhen und Tiefen, ihrer Herrlichkeit und Abgründigkeit zu erblicken.

    Wünsche Dir einen angenehmen Tag. Danke für Deinen Beitrag.

    Grüße
    Gretchen

    Gretchen schreibt am 06.10.2009 um 13:43 Uhr:
    Es gibt da ganz unterschiedliche Arten von Hochmut:

    Eine friedliche Variante etwa in dem Ausspruch:

    „Es gibt nur einen lebenden Maler in der Gegenwart, und das bin ich“, ist von Paul Cezanne überliefert.

    Liebe Grüße
    Gretchen

    Gretchen schreibt am 06.10.2009 um 19:18 Uhr:
    Was ist denn ein „fremder, gänzlich unangemessener Hochmut“?

    Fragt eine dumme Gretchen.

    Bitte entschuldige meine plumpe Art; Lyriost.

    Mach Dir einen schönen Abend und habe eine ruhige Nacht.
    Gruß
    Gretchen

    Lyriost schreibt am 06.10.2009 um 21:14 Uhr:
    Liebe Gretchen, was Cézanne gesagt hat, fällt unter künstlerischen Übermut, ohne den unsere Kultur wohl ziemlich arm wäre, ob nun ausgesprochen oder nicht. Im Mittelalter und erst recht vorher gab es eher die Neigung zu untertreiben und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Aber insgeheim werden die meisten Künstler auch damals von ihrem eigenen Wert überzeugt gewesen sein.

    Ein Beispiel fremden Hochmutes: das Auftreten des Zwiebelfischers Sick oder in der Nachfolge etwa mancher auf dem PONS-Blog, die meinen, sie beherrschten die deutsche Sprache und deshalb wären sie dazu ausersehen, sich ungestraft über die Fehler der Gestalter von Speisekarten lustig machen zu dürfen.

    Kurz, alle, die auf andere herabschauen und nicht wissen, daß sie selbst nur so lange oben sind, wie die Apfelsinenkisten halten, auf denen sie stehen, ohne es zu merken.

    Liebe Grüße

    Gretchen schreibt am 07.10.2009 um 22:55 Uhr:
    .. wie die Apfelsinenkisten halten..“: Aber brechen sie endlich ein? …

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