Dominanzstreben

Besonders ausgeprägt ist die Abneigung gegen dominantes Verhalten traditionell bei denen, die mit ihrem eigenen Dominanzstreben gescheitert sind. Da redet man gern der Gleichheit das Wort. Wortreich abgelehnt wird erhebendes Streben auch von jenen, die auf durch Dominanzverhalten ergatterten hohen Stühlen sitzen und spüren, wie es unter ihren Hintern vibriert, weil jemand die Säge angesetzt hat an ihre bequemen Sitzgelegenheiten. Besonders die Stuhlsitzer mit den kurzen Beinen werden leicht nervös und zappeln rum, wenn einer Hand an ihren Stuhl anlegt. Sie schreien Zeter und Mordio ob des bösen, unmoralischen Dominanzstrebens derer, deren Köpfe außerhalb der Reichweite von Fußtritten liegen. 

Eine Antwort auf „Dominanzstreben

  1. Gretchen schreibt am 21.04.2009 um 13:02 Uhr:
    Deine Worte wätzen und reiben wie ein rauher Stein an meiner Wunde. Ich sehe mich erkannt in Deinem Worte, Lyriost. Schreckliches Spiegelbild. Ich erschaure vor diesem Anblick. Mich friert’s – ich suche Wärme.

    Gruß
    Gretchen

    Gretchen schreibt am 21.04.2009 um 13:06 Uhr:
    Zu 1: Ja, hätte das Wörtchen „wetzen“ etwas mit dem „Watz“ zu tun, wär’s oben kein Rechtschreibefehler. Sorry, Lyriost.

    Gretchen

    Lyriost schreibt am 21.04.2009 um 14:32 Uhr:
    Hast du etwa einmal auf einem dieser hohen Stühle gesessen? Oder möchtest du sonst etwas zu deiner Wunde sagen, die mein „Stein“ berührt?

    Gretchen schreibt am 21.04.2009 um 16:06 Uhr:
    Ja,ich meine meinen Stolz. Um in einem Bilde zu sprechen, dieser Stolz kommt mir wie ein bespiener Hochstuhl vor. Ich ertappe mich zuweilen, wie ich drin sitze, und dann schäme ich mich ein bißchen. Ich will das ändern, manchmal klappt das auch, aber es ist ganz schön schwer.

    Gretchen

    Lyriost schreibt am 21.04.2009 um 17:32 Uhr:
    Dem Stolz ist kaum zu entrinnen, und manche Formen sind schwer zu unterscheiden von der Zufriedenheit mit der eigenen Leistung. Immer ist da ein Widerhaken, und wenn es nur so ist, daß uns ein Hochgefühl erfüllt, das arg an Stolz erinnert, ein Hochgefühl, weil wir glauben, wir wären nicht stolz.

    Gretchen schreibt am 21.04.2009 um 18:59 Uhr:
    Medizin wäre eventuell die Liebe (nicht den Eros betreffend), aber ohne den Eifer nach aufrichtiger Liebe überholen zu wollen.

    Lyriost schreibt am 22.04.2009 um 13:12 Uhr:
    Schon einfache Sympathie oder auch nur Wohlwollen läßt mir allen eventuellen Stolz zerschmelzen. So etwas wie Stolzgefühle habe ich, wenn ich es recht überlege, nur gegenüber überheblichen Nichtskönnern, die Selbstüberschätzung zu ihrem Programm gemacht haben.

    Gretchen schreibt am 22.04.2009 um 20:22 Uhr:
    Ja, das spüre ich, und ich fühle eine besondere Wärme bei Dir, welche sehr angenehm ist.
    Dein rauher Stein, hier, ist sehr wichtig, weil dieser selbst (so mutmaße ich) im Schmerz entstanden ist, kann dieser auch anderen, die sich an ihm reiben und dadurch auf ihre Wunden aufmerksam werden, helfen – wenn sie wollen und sich darauf einlassen.
    Ich will.
    Wünsche Dir einen schönen Abend, Lyriost, und eine angenehme Nacht.

    Liebe Grüße
    Gretchen

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