Eine Antwort auf „Wort mit Beinchen

  1. grenzgaenger schreibt am 22.03.2009 um 12:04 Uhr:
    liegt das nicht eher im sinne des betrachters, wie lang die beine der wahrheit sind? ich meine, manchmal sind die beine der wahrheit kürzer als die der lügen, aber auch das ist doch letztendlich ansichtssache; wahrheit ist niemals objektiv, kann es nicht sein.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 12:15 Uhr:
    Wenn die Wahrheit aber abhängig ist vom Sinn des Betrachters, dann ist sie doch keine Wahrheit mehr, sondern nur eine Meinung über die Wahrheit. Für den Gläubigen ist Glaube Wahrheit. Aber sobald er seinen Glauben andern als Wahrheit vermitteln will, wird der Glaube zu einer Art Lüge.

    Gretchen schreibt am 22.03.2009 um 13:09 Uhr:
    Zu 2: Wenn Sie sich mitteilen, was überwiegt?

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 13:22 Uhr:
    Ich bin kein Wahrheitsbesitzer, nur ein Tappender im Dunkeln.

    Bruder Baos schreibt am 22.03.2009 um 13:28 Uhr:
    Ich zitiere Sie: „Aber sobald er seinen Glauben andern als Wahrheit vermitteln will, wird der Glaube zu einer Art Lüge.“

    Und der selige Apostel Paulus ist der Meinung:
    (dt. Übersetzung, Brockhaus)

    Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

    Schließende Frage: Haben Sie eine neue Verkündigung?

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 13:43 Uhr:
    Ja, ich verkünde: Mißtraut den Worten der Verkünder, besonders derer, die sich auf zur Zeit abwesende Autoritäten ohne Telefonanschluß und Mailbox berufen, Autoritäten, die niemand selbst darüber befragen kann, ob sich nicht Übersetzungsfehler in die Verkündigung eingeschlichen haben.

    Bruder Boa schreibt am 22.03.2009 um 13:57 Uhr:
    Ihr (verständlicher) Einwand:
    „..ob sich nicht Übersetzungsfehler in die Verkündigung eingeschlichen haben.“

    Aus einer wissenschaftlich anerkannten Edition:
    καρδια γαρ πιστευεται εις δικαιοσυνην στοματι δε ομολογειται εις σωτηριαν,
    (Römer 10,10, Nestle Aland, 26. Aufl.)

    Bruder Baos schreibt am 22.03.2009 um 14:04 Uhr:
    Ergänzung:
    Zu 5: αρα η πιστις εξ ακοης η δε ακοη δια ρηματος χριστου
    Romans 10, 17; Nestle-Aland, 26. Aufl.;

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 14:06 Uhr:
    Ein jeder soll gern „von Herzen glauben“, doch nicht um gerecht zu werden, sondern nur um des Glaubens willen.
    Und solle sich hüten, anderen, die er als ungerecht betrachtet, seinen Glauben vermitteln (das ist noch das harmloseste Wort) zu wollen, auf daß sie gerecht werden.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 14:27 Uhr:
    Ich dachte beim „Übersetzungsfehler“ mehr an die Übertragung von Gottes Gedanken in menschliche Sprache. Nicht an die Übersetzung von einer Sprache in die andere. 😉

    Bruder Baos schreibt am 22.03.2009 um 15:03 Uhr:
    Zu 9: Zitiere Sie: „..Und solle sich hüten..“

    Gemäß Ihrer Verkündigung. Das ist wahr

    Zu 10: Zitiere: „.. Übertragung von Gottes Gedanken in menschliche Sprache.“

    Aber diese Meinung ist gewiss nicht nur reine Phantasie:

    4:3 εσται γαρ καιρος οτε της υγιαινουσης διδασκαλιας ουκ ανεξονται αλλα κατα τας ιδιας επιθυμιας εαυτοις επισωρευσουσιν διδασκαλους κνηθομενοι την ακοην

    4:4 και απο μεν της αληθειας την ακοην αποστρεψουσιν επι δε τους μυθους εκτραπησονται

    4:5 συ δε νηφε εν πασιν κακοπαθησον εργον ποιησον ευαγγελιστου την διακονιαν σου πληροφορησον

    Quelle: 2. Tmothy,4,3-5; Nestle-Aland, 26. Aufl.

    Heloise schreibt am 22.03.2009 um 15:16 Uhr:
    ick bin nich relijiös, lyriost, aber ick hab zwee kurze Beenchen.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 15:16 Uhr:
    Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die täglich mit Gott sprechen. Aber niemand kann nachweisen, daß er berechtigt ist, Gottes Wort zu verkünden. Die Vollmacht mit der Unterschrift fehlt.

    Bruder Boas schreibt am 22.03.2009 um 15:40 Uhr:
    Sie haben Sinn für Humor.
    „Die Vollmacht (mit Unterschrift) fehlt.“

    Nun: וַיִּשְׁלַ֤ח יְהוָה֙ אֶת־יָדֹ֔ו וַיַּגַּ֖ע עַל־פִּ֑י וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֵלַ֔י הִנֵּ֛ה נָתַ֥תִּי דְבָרַ֖י בְּפִֽיךָ׃

    Quelle: Biblia Hebraica Suttgartensia, Jer. 1,9
    (besonders 9b)

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 15:56 Uhr:
    Bei der Vorstellung, Gott spräche Hebräisch, muß ich an den Ausspruch des Xenophanes denken, wenn „die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus“ – und verständigten sich durch Wiehern, möchte ich hinzusetzen.

    Bruder Boas schreibt am 22.03.2009 um 16:05 Uhr:
    Eine schöne Vorstellung

    … ich hör schon das Gewieher;-

    AntiGoetz schreibt am 22.03.2009 um 16:10 Uhr:
    Ohhhhh, ist das hier eine Gedenkseite? Der einzigste, der hier verständlich schreibt, ist der Besitzer Lyriost. Weiter so!

    Gast1 schreibt am 22.03.2009 um 16:30 Uhr:
    Oje, wo bin ich denn hier gelandet.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 16:31 Uhr:
    Hat hier einer was gegen Stirnschlitzer?

    Bruder Boas schreibt am 22.03.2009 um 16:33 Uhr:
    Zu 15: „Hebräisch ist Gottes Sprache. Die kann man nicht gebrauchen, um sich beim Frühstück zu unterhalten.“ (So lautete denn die Antwort eines Oberrabbiners in einem Familiengespräch auf die Frage nach der Sprache Gottes).

    AntiGoetz schreibt am 22.03.2009 um 16:39 Uhr:
    Irre!
    StirnSchnitzler, sehe mich erkannt und fühle mich geehrt

    hallo schreibt am 22.03.2009 um 16:45 Uhr:
    dumme frage: warum hat das große wort kleine beinchen?

    Bruder Boas schreibt am 22.03.2009 um 16:50 Uhr:
    Zu 22: „Kurze Beinchen“

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 16:52 Uhr:
    Ganz schön große Familie hier. 😉

    Gast 2 schreibt am 22.03.2009 um 16:56 Uhr:
    Und wir sind dem „Vater“ des Verbotschaftens des tollen Glücks ganz ergeben;-

    Gast I schreibt am 22.03.2009 um 17:14 Uhr:
    O weh, hier kann man nur die Stirn runzeln.;-

    Gast I schreibt am 22.03.2009 um 17:17 Uhr:
    Oder was es besser träfe:
    Hier lernt die Stirn das Schmunzeln.;-

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 19:00 Uhr:
    Hier holt das Hirn sich Runzeln.

    Gast I schreibt am 22.03.2009 um 19:14 Uhr:
    Klasse Lyriost! TOP! Gefällt mir noch besser.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 19:30 Uhr:
    Lieber Gast 2, daß du das Verb „verbotschaften“ aus dem tiefen Brunnen der deutschen Sprache hervorgeholt hast, in dem es nun schon so lange mit Moos überzogen liegt, ist erstaunlich, gerade zu einer Zeit, da alles Verbotschaften fragwürdig geworden ist und die Botschaft heißen sollte: Es werde nicht mehr verbotschaftet, es werde gemeinsam nach Botschaften gesucht, so es noch unentdeckte geben sollte.

    grenzgaenger schreibt am 22.03.2009 um 20:42 Uhr:
    oh mein gott. oder so.

    AntiGoetze schreibt am 22.03.2009 um 21:00 Uhr:
    Sie sind sind Sie ein Grenzgaenger?

    Dummphilosoph schreibt am 22.03.2009 um 22:10 Uhr:
    Ich sehe hier wird ersthaft philosophiert. Findet man selten.

    AntiGoetze schreibt am 22.03.2009 um 22:20 Uhr:
    Dummfideldeiphilosoph;- nein! ersthaft seit hier.

    Lyriost schreibt am 22.03.2009 um 22:28 Uhr:
    Bleibt noch die Frage von hallo zu beantworten, warum die Wahrheit kurze Beinchen hat: damit man sie mit der Lüge verwechseln kann. Wahrheit möchte ebenso wie die Lüge nicht erkannt werden. Und die Lüge hat kurze Beinchen, weil: dito bzw. vice versa. 😉

    AntiGoetze schreibt am 22.03.2009 um 22:38 Uhr:
    Auf zur Meß!

    Bruder Boas schreibt am 23.03.2009 um 16:24 Uhr:
    Das gesproche Wort ist in der Tat zuerst verdunkelt, bevor es lichtet. In wem leuchtet beispielsweise folgender Vers als Wahrheit auf, er wird Jesus von Nazareth, dem Christos, nachgesagt und macht nur auf ihn bezogen Sinn:

    εγω ειμι η οδος και η αληθεια και η ζωη ουδεις ερχεται προς τον πατερα ει μη δι εμου

    Das „Dunkle“ an diesem Wort ist die Unsicherheit bezüglich seines wirklichen Wertes.

    Lyriost schreibt am 23.03.2009 um 18:00 Uhr:
    Das Wort Wert setzt aber doch ein Koordinatensystem von bewerteten Wörtern voraus und auch ein Antonym. Wer setzt Wert und wozu?

    Bruder Baos schreibt am 23.03.2009 um 18:24 Uhr:
    Ihre Überlegung ist sehr interessant. Muß ich drüber nachdenken. Ich danke.

    Freundlich
    Bruder Boas

    Bruder Baos schreibt am 24.03.2009 um 21:39 Uhr:
    Vielleicht sind Sie konsequent, aber das ist auch sehr wichtig.
    Ebenso im Glauben. Folgende Empfehlung bzw. Meinung ist mir darum zunächst wichtiger als die Ihre:

    .. ειπαν πειθαρχειν δει θεω μαλλον η ανθρωποις ..

    Sehr freundlich
    Bruder Boas

    Bruder Boas schreibt am 24.03.2009 um 22:46 Uhr:
    Zu 40: Es ist das Ergebnis meiner in 39 (oben) angekündigten Überlegung auf die sympathische Unterhaltung mit Lyriost. Bitte um Nachsicht für den vergessenen Bezug in 40.
    Danke.

    Sehr freundlich
    Bruder Boas

    Lyriost schreibt am 25.03.2009 um 11:48 Uhr:
    Lieber Bruder Boas: Ein jeder horche in sich hinein, wem er gehorchen sollte. Ich gehorche nur mir selbst, und auch das nur, nachdem ich gut in mich hineingehorcht habe. 😉

    Bruder Boas schreibt am 25.03.2009 um 13:48 Uhr:
    Zu 42: Ihre Einstellung und Ihr hier Geschriebenes zeugen von Größe. Im Prinzip ist Ihr Standpunkt von dem der urchristlichen Gemeinde gar nicht so weit entfernt, wenn dieses „nur mir selbst“ nicht so absolut dastünde. Aber das ist wahrscheinlich auch eine Frage der Interpretation.

    Bruder Boas

    Lyriost schreibt am 25.03.2009 um 15:51 Uhr:
    Mein Standpunkt ist doch nur ein Eingeständnis von Scheitern bei der Sinnsuche, keine „Größe“, und das Setzen eines Ich nur ein Eingeständnis meiner Unkenntnis des Selbst. Somit pragmatisches Provisorium. Eine gewisser „Wert“ besteht allenfalls im Verzicht darauf, nach metaphysischen Mamas und Papas zu rufen. Und die Attribute groß und klein haben keine Bedeutung mehr. 😉
    zitieren
    Bruder Boas schreibt am 25.03.2009 um 19:39 Uhr:
    Lieber Lyriost, es mag sein, daß Sie ein Enttäuschter sind. In Ihren Texten mag man eine Bestrebung entdecken, die das Ent-Täuschen will. Hochinteressant.

    Freundlichem Gruße
    Bruder Boas

    Lyriost schreibt am 25.03.2009 um 22:30 Uhr:
    Ja, lieber Bruder, wie doch manchmal etwas deutlich wird, wenn man nur die Anhängerkupplung zwischen Wortsilben sichtbar macht. 🙂

    Jaho Korts schreibt am 25.03.2009 um 23:03 Uhr:
    Auch ein Täuscher ist oftmals selbst ein Enttäuschter, ein Schlangenbruder.

    Bruder Boas schreibt am 26.03.2009 um 14:42 Uhr:
    Zu 47: Okay. Sehr gute Ergänzung, entlarvend.

    Lyriost schreibt am 26.03.2009 um 15:08 Uhr:
    Bekommen wir den Schmetterling zu sehen, Bruder Boas? 😉

    Bruder Boas schreibt am 26.03.2009 um 15:16 Uhr:
    Das ist doch nur konsequent, lieber lyriost.

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