Die Apostrophs oder die Apostroph’s?

Immer ist es erhebend, im »Zwiebelfisch«, dem Zentralorgan des Sprachpolizisten Bastian Sick, zu lesen. Manchmal aber ist es auch überaus lustig. Zum Beispiel, wenn er sich über die Unsitte von Deppenapostrophen mokiert und deren neueste Variante, den Plural-Apostroph, amüsiert betrachtet und dessen Aufkommen unverständlich findet, weil doch, wie er schreibt, die »Tendenz der Standardsprache« in eine andere Richtung gehe. So heißt es bei Sick: »Nicht immer mehr, sondern immer weniger Apostrophs empfiehlt die neue amtliche Regelung.« Apostrophs.

Nebenbei: Die »neue amtliche Regelung« und die »Tendenz der Standardsprache« sind grundsätzlich zweierlei. In einem jedoch sind sich Tendenz und Amt einig: Der Plural von Apostroph ist Apostrophe – und nicht, wie der Herr Obersprachwart schreibt, Apostrophs. Mit oder ohne Apostroph, das ist hier nicht die Frage.

Eine Kuh mit zwei Eutern wird nicht dadurch zum Ochsen, daß man ihr eines davon wegoperiert. Aber man macht sich selbst zum Ochsen, wenn man es versucht.

Zwiebelfisch

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