Mord ist Mord

Viele Deutsche tun sich schwer mit ihrem Erbe. Und manche nehmen jede sich bietende Gelegenheit wahr, um die historische Schuld kleinzureden. So auch jetzt wieder anläßlich der Littell-Debatte. Da hört man etwa Mord sei Mord, und deshalb könne es keine Relativierung solcher Taten geben. Doch gerade eine solche Aussage relativiert, indem sie versucht, Ungleiches in einen Topf zu werfen.

Das »Mord gleich Mord« ist das Relativierungsargument? Wäre Mord tatsächlich gleich Mord, dann machte solch ein gerichtliches Instrument wie die »Feststellung der Schwere der Schuld« keinen Sinn. Bei der Relativierung geht es doch gerade darum, daß auch »die anderen« gemordet haben oder morden. Dieser Hinweis dient dazu, die eigenen Verbrechen als habituelles menschliches Verhalten darzustellen und damit weniger schlimm aussehen zu lassen und von der besonderen Schwere der eigenen Schuld abzulenken. 

Aber es ist nun mal ein Unterschied zwischen den Verantwortlichen und den Ausführenden eines Systems ausgeklügelter Fließbandmorde und mehr oder weniger affektiven Mördern. Die besondere Schwere der deutschen Schuld läßt sich nicht wegdiskutieren. Man sollte das gar nicht erst versuchen.

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