Die eigene Dummheit

Es ist eine Dummheit, zu glauben, ein Dummer könne seine eigene Dummheit erkennen. Seine eigene Dummheit erkennt man immer nur retrospektiv, also zu spät, nämlich dann, wenn man sie bereits überwunden hat. Das weiß ich aus eigener, bitterer Erfahrung. Dummheit kann, wenn überhaupt, nicht durch unmittelbare Erkenntnis, sondern nur durch bittere Erfahrung überwunden werden. Hoffe ich.

Eine Antwort auf „Die eigene Dummheit

  1. Zwischenweltler schreibt am 28.06.2007 um 09:09 Uhr:
    Ich stimme Dir hier völlig zu, wobei die Erfahrung weniger bitter wird, wenn man das Positive des Lernprozesses, der ja mit der Überwindung der „Dummheit“ einhergeht, in den Vordergrund stellt.

    Aber wenn man vom reinen Sprachgebrauch ausgeht, müßte es m.E. auch eine reflektierte Form der Dummheit geben. Sagt man nicht gelegentlich, „Das ist jetzt bestimmt eine Dummheit von mir“ oder „Mir ist heute nach Dummheiten zumute“, um das eigene Bewußtsein auszudrücken, in diesem Moment ein höheres Risiko einzugehen oder schlicht übermütig zu sein?

    Lyriost schreibt am 28.06.2007 um 10:26 Uhr:
    Deine Beispiele sind, so glaube ich, keine Beispiele für reflektierte Dummheit, sondern sind wohl eher Ausdruck von Interaktionen zwischen Ich, Es und Überich, um das mal freudianisch auszudrücken. Denn das Es drängt, lustvoll Dummheiten zu begehen, das Überich warnt, und das klügere, erfahrenere Ich, das weiß, Dummheiten zu begehen belebt den allzu vernünftigen Alltag ungemein, gibt dem Es gerne nach und versucht, das lästige Überich ruhigzustellen, indem es erklärt, es sei sich durchaus bewußt, was es tue.

    Tatsächliche Reflexion setzt erst dann ein, wenn die Sache schiefgelaufen ist. 😉

    Zwischenweltler schreibt am 28.06.2007 um 11:13 Uhr:
    Ich mag Dir da nicht widersprechen, nur hab ich’s nicht so mit dem alten Freud. 😉
    Am Ende liefe es darauf hinaus, eine verbindliche Definition für Dummheit zu finden, um meine innere Ansicht zu demonstrieren.
    Im Sinne Deines unsprünglichen Eintrages – also dem Erfahren eigener Fehler – wird die vermeintliche Dummheit immer erst aus der Retrospektive sichtbar.

    Rotlocke schreibt am 28.06.2007 um 11:57 Uhr:
    Hmm- also ich kann durchaus zeitgleich mit meiner Handlung ihre Dämlichkeit diagnostizieren…
    Die Rotlocke

    Lyriost schreibt am 28.06.2007 um 12:06 Uhr:
    Rotlocke, Triebtäter sind ein anderes Kapitel. 😉

    Rotlocke schreibt am 28.06.2007 um 12:18 Uhr:
    Schluck- Du hast mich durchschaut….

    kanzleirat10 schreibt am 29.06.2007 um 08:19 Uhr:
    es ist richtig,man merkt es meistens zu spät.(dummheit)

    leo14 schreibt am 02.07.2007 um 16:46 Uhr:
    Wer vordergründig dumm ist, kann längerfristig auch durchaus Klugheit besitzen. Ich würde Dummheit nie so eindimensional sehen, sondern immer nur als den Ausdruck der Nichtanpassung (aus welchem Grund auch immer!!)
    leo14

    Lyriost schreibt am 02.07.2007 um 17:07 Uhr:
    Vom Dummtun war aber nicht die Rede. leo. Unter Dummen sollte man sich besser dummstellen, das ist klar. 😉

    leo14 schreibt am 02.07.2007 um 17:10 Uhr:
    Ach, wo aber ist die Grenze? Und wie kann ich es feststellen, wer ist und wer tut??
    leo14

    Lyriost schreibt am 02.07.2007 um 17:22 Uhr:
    Lebenserfahrung und Urteilsvermögen, sagte der alte Mann.

    leo14 schreibt am 02.07.2007 um 23:08 Uhr:
    *grummel – grummel* aber doch!
    leo41

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