Gewohnheiten

Bild: Cronos (bei Blogigo)

»Wenn der Guru sich abends zur Andacht niederließ, kam oft die Ashramkatze und störte die Meditierenden. So ordnete er an, die Katze während der abendlichen Meditation anzubinden.

Nachdem der Guru gestorben war, band man die Katze bei der abendlichen Andacht weiterhin an. Und als die Katze gestorben war, wurde eine neue Katze in den Ashram geholt, damit sie während der Andacht entsprechend angebunden werden konnte.

Jahrhunderte später verfassten gelehrige Schüler des Gurus gelehrte Abhandlungen über die liturgische Bedeutung des Festbindens einer Katze während der Zeit der Mediation.«

(Quelle unbekannt)

 

Wir tun vieles, ohne darüber nachzudenken, warum wir es tun. Wenn aber jemand kommt und fragt, warum tust du das?, finden wir häufig keine Erklärung für das, was wir tun. Doch wollen wir nicht wahrhaben, daß der Grund unseres Tuns allein in der Gewohnheit liegt. Wir schämen uns ein wenig. Also setzen wir uns hin und basteln uns eine Erklärung für unser Tun. Es muß sich doch irgendein Grund finden lassen … Notfalls müssen wir einen erfinden. Denn nichts lieben wir so sehr wie unsere Gewohnheiten – und kaum etwas ist uns wichtiger als unsere Überzeugung, daß unsere Gewohnheiten mehr sind als nur Gewohnheiten.

Eine Antwort auf „Gewohnheiten

  1. zartgewebt schreibt am 15.02.2007 um 12:49 Uhr:
    Nicht meinen üblichen Gewohnheiten zu verfallen, ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig.
    Ich verliere nämlich nur allzu schnell den Faden, wenn ich das mir eingewöhnte Muster – das ich natürlich blindlings beherrsche – wechsle.
    Da verstricke ich mich dann immer beim Häkeln…ähm…Nähen; und es bleibt mir nichts anderes übrig, als den Faden zu kappen und neu zu beginnen.

    Aber das dürfte Sie alles nicht tangieren Herr Lyriost, haben sie ja dem Häkeln und Stricken abgeschworen… 😉

    zartgewebt schreibt am 15.02.2007 um 12:53 Uhr:
    Siehste, und schon haben wir den Salat! Bin doch eine Weberin… :-/

    timooo schreibt am 15.02.2007 um 16:16 Uhr:
    Das erinnert mich an die Frage, gibt es einen Grund dafür, einen anderen zu lieben?
    Meine Freundin sagt mir manchmal, „ich weiss selber sogar nicht, warum ich dich liebe.“ tatsächlich auch wie ich.
    Manchmal ist es auch nicht nötig für uns, einen Grund herauszufinden. Sonst wären wir erschöpft.

    🙂
    TIMO

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