Über das Fragmentarische

Das Fragmentarische in Literatur und Kunst ist so aufregend, weil es offener ist für den immer währenden Wandel der Realität – und weiter weg von illusionären Idealen. Aber es verstimmt uns oft sehr, denn Fragmentarisches haben wir in unserem Leben selbst alle reichlich. Wir erwarten deshalb von Kunst und Literatur, daß sie uns – wenigstens zeitweise – ablenken von der Erfahrung der eigenen Unvollkommenheit und Unabgeschlossenheit.

Eine Antwort auf „Über das Fragmentarische

  1. perenike schreibt am 30.01.2007 um 11:07 Uhr:
    also ich erwarte mir von kunst und so neue anregeungen. gerade das fragmentarische laesst platz fuer die eigene phantasie – oder lustvolle assoziationsspielchen. eine hypothese ist doch auch immer viel spannender, als ein totverifizierte theorie 😉

    denken macht spass!

    Lyriost schreibt am 30.01.2007 um 11:16 Uhr:
    Aber sicher, Perenike, so sehe ich das auch, und ich bin einer Meinung mit Gottfried Benn, der vor langer Zeit gesagt hat, alle Kunst der Zukunft werde fragmentarisch und collagenartig sein. Doch ich denke auch an Kants Theorie des Erhabenen, wenngleich Kant verneint hat, daß eine Darstellung des Erhabenen in der Kunst möglich sei, und auf die Natur verwiesen hat. Nur geht uns das Erhabene in der Natur langsam flöten, und uns bleibt ein ungestilltes, tief verwurzeltes Bedürfnis nach der Erfahrung des Erhabenen. Was also tun?

    Biggy schreibt am 30.01.2007 um 13:05 Uhr:
    Hallo ihr beiden,

    ja, jetzt setzen wir die Diskussion schon an drei Orten fort. 😉

    Hast du die Quelle oder das Originalzitat von Gottfried Benn für mich, Lyriost?

    LG
    Biggy
    http://20six.de/traumhaft

    Lyriost schreibt am 30.01.2007 um 13:27 Uhr:
    Da müßte ich suchen. Das kann dauern. Sind 5 Bände ohne die Gedichte. Mußt dich etwas gedulden. Gruß 😉

    Lyriost schreibt am 30.01.2007 um 15:23 Uhr:
    Das trifft es nicht genau, es gibt wohl mehrere Stellen, aber dieses Zitat habe ich anzubieten:

    „Der Stil der Zukunft wird der Roboterstil sein, Montagekunst. Der bisherige Mensch ist zu Ende, Biologie, Soziologie, Familie, Theologie, alles verfallen und ausgelaugt, alles Prothesenträger.“

    Gottfried Benn: Gesammelte Werke in acht Bänden. Hg. von Dieter Wellershoff. München 1975. Bd. 8. Autobiographische Schriften, Doppelleben. Seite 2028.

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