Sein und Werden

Die grundlegende Paradoxie des Seins ist die, daß das Sein bei der Suche nach sich selbst, bei dem Versuch, seiner selbst ansichtig zu werden, den Prozeß des Werdens in Gang setzt, um einen Spiegel zu schaffen, in dem es sich betrachten kann, aber gleichzeitig im Werden sich selbst so sehr verdunkelt, daß immer bessere Spiegel und immer perfektere Beleuchtung nicht ausreichen, auch nur einen Zipfel des Gewandes dieses Seins sichtbar zu machen.

Man kann das mit einiger Berechtigung als kosmische Ironie bezeichnen und nur hoffen, daß das Sein im Werden nicht das Bewußtsein seines Seins verliert, wenn es denn je ohne Spiegel ein Bewußtsein seiner selbst gehabt hat.

Möglicherweise zeigt sich kosmisches Bewußtsein aber gerade in der Erinnerung des Seienden an den Akt der Schöpfung.

Der »Gott« in uns hat hoffentlich nicht vergessen, daß er uns und alles andere geschaffen hat. Wenn doch, dann möchte ich ihn hiermit daran erinnern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.