Über das Bloggen II

Wenn immer mal wieder gesagt wird, das Bloggen sei Ausdruck des Narzißmus solipsistischer Persönlichkeiten, dann ist dies natürlich nicht so einfach von der Hand zu weisen. Bei genauerer Betrachtung sehen wir jedoch wie in unserem nichtvirtuellen Leben solche und solche.

Wir tun im Weblog nichts anderes als im wirklichen Leben, und es sollte ja auch kein Ersatz sein, sondern Ergänzung und Erweiterung unserer Ausdrucksmittel. Wer zuviel vom Bloggen erwartet, nämlich Nähe, Wärme, Verständnis, der wird natürlich genauso enttäuscht werden, wie es ihm passiert, wenn er zuviel von seinem Partner oder seinen Arbeitskollegen erwartet.

Wahrhafte Solipsisten werden weder im physischen noch im virtuellen Leben dazu angeregt, sich nicht nur einfühlsam und verständnisvoll zu zeigen, sondern es auch zu sein – das können wir auf jeder Fete und in jeder Kneipe beobachten, wenn wir es denn wollen und wenn wir die Selbstdarstellung des anderen wertend als Selbsterhöhung betrachten und nicht als Ausdruck seiner Persönlichkeit, denn so manches Mal ist die Stigmatisierung des anderen als narzißtisch oder solipsistisch nichts weiter als eine Abwehrreaktion unseres eigenen sich minderwertig fühlenden Ichs.

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