Die Pfütze und der Fluß

»Wohin so eilig«, sprach die Pfütze zum Fluß. »Willst du nicht ein wenig ruhen?« – »Ich suche das Meer«, sagte der Fluß. »Da kann ich ruhen.« – »Wozu die Mühe«, sagte die Pfütze. »Ich warte auf Sonne und Wind. Sie werden mich husch, husch zum Meer tragen.« Der Fluß schüttelte sich so vor Lachen, daß die Kähne, die auf ihm schwammen, schwankten wie Bäume im Sturm: »Na, dann gutes Gelingen«, rief er und beschleunigte seine Fahrt. Die Pfütze aber sank wieder in ihren dösigen Schlaf und träumte vom großen Meer. Ja, beinahe kam es ihr schon vor, als sei sie selbst das große frische Meer. So träumte sie vor sich hin, und als die Sonne kam, begann sie zu stinken.

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