Esoterische Avantgarde

Versuchen kann man’s ja.

Immer wieder diese kläglichen Bemühungen, aus dem hypertrophierten, ichzentrierten, individualistischen westlichen Konzept der Persönlichkeit auszubrechen durch die Verteufelung des Egos mit Hilfe von buddhistisch oder taoistisch gefärbten Heilsversprechen kosmischer Transzendenz.

Daß auch diese nur zu temporären Verschiebungen des Egos in periphäre Gefilde führen, sieht man am besten am Totalitarismus und elitären Scheinavantgardismus vieler esoterischer Vereinigungen.

Das lächerliche Bild des eingebildeten Weltgeistes im Rolls-Royce zeigt unübersehbar, daß die Egozertrümmerung, trotz aller sophistisch-dialektischen Erklärungsversuche, nichts anderes ist als Verschiebung und Aufblähung des Egos an anderer Stelle.

Unser Ego läßt sich nicht wegmeditieren oder wegdiskutieren, wir »verlieren« es erst, wenn wir sterben.

Und ob das ein Verlust oder ein Gewinn ist, werden wir vermutlich niemals erfahren.

Ich neige allerdings dazu, Verlust und Gewinn gleichzusetzen.

8 Antworten auf „Esoterische Avantgarde

  1. Reue ist unnötig, und ich bin nur schwer zu beleidigen. Aber welche Phrasen? Werde doch mal konkret, dann machen wir ein wenig Phrasenentdeckungsversuche zusammen. Das würde bestimmt lustig.

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  2. Kam nochmals hierher, da mein letzter Kommentar mich milde reute – eine gewisse provokative Unsachlichkeit habe ich mir erlaubt und auch wenn ich das gerne tat, so werde ich damit dennoch nicht meinen eigenen Ansprüchen gerecht. Bitte insoweit um Verzeihung.

    Andererseits bezichtigst Du mich nunmehr der Ungenauigkeit, der Oberflächlichkeit, des Hipstergetues, darüber hinaus der Fehler in Haltung, Denken, Sprache, Interpunktion, Orthographie.
    -Du bittest um Präzision, bleibst Deinerseits indes überwiegend nebulös und attackierst ins Blaue hinein mit Phrasen.

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  3. Ich steigere mich nicht in die Dinge hinein, sondern ich nehme sie, im Gegensatz zu dir, genau. Kein modisches Blabla, keine Oberflächlichkeiten, kein Hipstergetue.

    Was für ein Streit? Werde doch mal konkret, dann können wir streiten. Bisher habe ich dich nur, wenn auch sehr konkret, auf Fehler und Unzulänglichkeiten hingewiesen, mehr nicht. Wenn du streiten möchtest, gerne. Aber betrachte erst einmal in aller Ruhe die Fehler in deiner Haltung, reflektiere dein Denken und deine Sprache. Und achte auch mal etwas mehr auf Interpunktion und Orthographie.

    Ich gebe jedoch nur Hinweise, ein Coach möchte ich nicht sein, und als Kommentar getarnte Reklame ist mir ein Greuel.

    PS: Nebenbei (oder wie du sagen würdest: By the way) frage ich mich – ganz unabhängig vom Alter und ohne erkennbare Argumentationslinie –, wie es möglich ist, „Energie und Aufmerksamkeit … zu verbringen“, ohne semasiologisch aus der Spur zu geraten. Aber anscheinend nimmst du es ja als Jurist nicht ganz so genau mit der Sprache. Vielleicht ist es doch nicht ganz so unnütz, wenn der Ansprechpartner zwar nichts von neurolinguistischer Programmiererei hält, aber dafür ganz klassisch auch Linguistik studiert hat. Das schärft – im Verbund mit der Erfahrung – ein wenig die Sinne und fördert die sprachliche Sensibilität.

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  4. Lyriost ich grüße Dich!

    Deine Nachricht habe ich erhalten. Und muss ehrlich sagen: Meine Fresse! Und: Ganz ruhig Brauner.

    Entweder Du hast Spaß daran, Dich in ordentlich in etwas hineinzusteigern. Grantler/Bruddler?
    Oder die Ego Geschichten sind doch so enorm, dass Du Dich eingehender damit beschäftigen solltest.

    Jedenfalls ist mir meine Energie und Aufmerksamkeit zu schade um sie mit einem unreif daherkommenden Gerontogrünschnabel zu verbringen, dessen einzige Argumentationslinie sich auf Überlegenheit kraft Alters stützt.

    Gleichwohl war es ein schöner kleiner Streit. Wie Heraklit schon sagte, ist der Krieg der Vater und König aller Dinge. In diesem Sinne noch frohes Schaffen. Und ich möchte sagen, Deine Texte haben mir wirklich gefallen; Wortwahl, Rhythmus und Textfluss – sehr gelungen!

    Wünsche noch eine gute Adventszeit und sodann ein angenehmes Jahresende!

    Gruß

    Lion

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  5. Mein lieber Lion,

    ich bin im allgemeinen ein entspannter Mensch, und Gereiztheit kommt bei mir eher selten vor. Aber ich hab was gegen Schaumschläger, die selbst noch grün hinter den Ohren sind und trotzdem glauben, anderen etwas beibringen zu können. Der Schuster sollte nicht dem Bäcker das Backen erklären wollen. Nicht mal das von Schusterjungs.

    Schöne Grüße
    Hajo

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  6. Lieber Lyriost,

    danke für Deine ausführliche Rückmeldung. Sehr interessante Gedankengänge, die ich, so gut ich konnte, gerne nachvollzog. In Deinen Zeilen klingt eine pauschale Gereiztheit durch. Das mag ein Grundmodus sein. Dergleichen wollte ich jedenfalls nicht auslösen, sondern schlicht ein Gedankenspiel anbieten, das bereits Menschen in allen Altersstufen Einsichten bringen konnte, ganz gleich aus welcher Altersstufe der jeweils Anbietende stammte.

    Wünsche weiterhin viel Freude mit der für Dich gesunden Dosis Ego&Guru.

    Einen schönen ersten Advent!

    Lion

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  7. Lieber Lion,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube nicht, daß ich noch tiefer (in was denn auch?) eintauchen möchte und sollte, als ich in meinem Leben, das jetzt mehr als doppelt so lange währt wie deines, bereits eingetaucht bin in ebendieses Leben. Mit meinem durchaus ausgeprägten Ego bin ich ziemlich im reinen, und ich bin auch kein Opfer des lächerlichen Wachstumsgedankens und der Selbstoptimierungsmanie unserer Epoche. Ich bin zwar im ganzen vielfältig wie eine Fußballmannschaft, so denke ich, aber einen Coach brauche ich dennoch nicht – schon gar nicht einen mit so wenig Erfahrung. Und ich bin, wie schon so mancher schmerzlich erfahren durfte, auch mein eigener Guru.

    Erstaunlich finde ich, daß du in meinem Beitrag „implizite Fragen“ verortest, denn das, was ich etwa vor zehn Jahren schrieb, war eine Reaktion auf die Vermessenheit von Leuten, die sich als Gurus inszenierten, ohne auch nur einen Hauch von Ahnung zu haben, von was sie faselten. Wenn du Interesse hast, der ein oder andere Wortwechsel zwischen mir und einem gewissen tao wird demnächst hier noch erscheinen, in dem es, nach Ansicht dieses Hobbypredigers besonders darum geht, daß wie uns von dieser aberwitzigen Vernunft freimachen müßten, um zum Wesentlichen vorzustoßen. Es hat mir immer viel Spaß gemacht, mit tao zu diskutieren. Er war allerdings häufig eher angepißt und mußte zur Unterstützung auf Hilfstruppen zurückgreifen, was ihm für jeden halbwegs vernunftbegabten Menschen sichtbar allerdings eher geschadet als genützt hat.

    Wenn meine Beiträge – die ich nach und nach hier wieder einstelle, nachdem mein damaliger Blog ins Nirwana abgewandert ist – an dieser Stelle allesamt wiedergeboren worden sind, hast du die Gelegenheit, dich mit meinem Weltbild vertraut zu machen und nachzuvollziehen, weshalb ich nicht so sehr viel Lebenshilfe benötige, wie du zu glauben scheinst, und am wenigsten den Wunsch habe, Antworten auf nichtgestellte Fragen zu bekommen von Menschen, die von sich selbst sagen: „Damit will ich nicht sagen, dass ich all diese Antworten habe.“

    Vielleicht findest du in meinen Texten die ein oder andere Antwort auf deine nichtgestellten Fragen. Wer weiß …

    Schöne Grüße

    Lyriost

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  8. Interessanter Artikel!

    In manchen Grundzügen stimme ich mit Dir überein. An anderen Stellen habe ich den Eindruck – no offense – Du könntest tiefer eintauchen oder Dich weiter entwickeln und dadurch zu einem Begreifen gelangen, welches manche der in Deinem Text implizierten Fragen beantwortet.

    Damit will ich nicht sagen, dass ich all diese Antworten habe. Ich erlaube es mir aber, mich als Befürworter eines etwas anderen Konzepts hier in Szene zu setzen und zu sagen: Du kannst wachsen, indem Du Dein Ego annimmst, damit lebst, es feierst und dadurch demjenigen, was Du in Dir als störend/falsch erfährst, das Dir in Gestalt Deines ‚Ego‘ begegnest, die Chance gibst, zu transformieren.

    What you resist persists you know..

    Cheers

    Lion

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