Sucht

Es ist immer wieder erstaunlich, daß verändertes Freizeitverhalten besonders in der Pubertät, wenn es unerwünscht ist, von Leuten, die ihre eigenen Interessen mit denen der Jugendlichen verwechseln, schnell zur »Sucht« hochstilisiert wird.

Wenn ein Jugendlicher siebenmal die Woche exzessiv Schwimmtraining betreibt oder etwas Ähnliches, weil Eltern und Gesellschaft ihm eingeredet haben, er könne irgendwann mal Weltmeister werden und das sei etwas Tolles, dann gilt das als normales Verhalten, aber wenn er etwas anderes tut, das ihn interessiert, dann wird gern unheilschwanger von »Sucht« geredet.

Für einen Menschen mit einer besonderen Neigung zu irgendeiner Beschäftigung kann alles zur »Sucht« werden, und so kann es dazu kommen, daß jemand nächtelang Doom spielt, obwohl (oder weil?) der Rest der Familie im Sudoku-Fieber deliriert.

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