Mumienmord

Unter der Überschrift »MUMIEN-MORD« schreibt die Berliner Schlauzeitung »BZ«: »War die Mumie eine Prostituierte?«

Trotz der meist nicht ausgelebten destruktiven nekrophilen Neigung als Folge ungelebten Lebens, die sich vereinzelt ihre Objekte sucht: Prostituierte, die Freier dazu auffordern, ihre Totenruhe zu stören, sind bisher, aus naheliegenden Gründen, nicht in Erscheinung getreten.
Was bei Tom Sharpe satirisch daherkam, ist hier im Fachblatt der Ahnungslosen ganz ernst gemeint. Hier wird erst eine Mumie ermordet und dann auch noch der Prostitution verdächtigt. Das ist ein starkes Stück. Mal ganz abgesehen von Pietätserwägungen, die nun wirklich niemand von derartigen Zeitungen erwartet, ist ein solcher Journalismus Ausdruck bedenklichen denkerischen Unvermögens. Aber wer erwartet von der Journaille Denkfähigkeit? Nur ein Ochse.

Die Frage lautet nicht: »War die Mumie eine Prostituierte?« Die Frage lautet: War der Schreiber ein Ochse? Ja, ein Hornochse.

Ganz sicher.

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