Menschen und Delphine

Delphine sind wie auch manche Menschen intelligente Tiere. Wenn Delphine schlafen, schalten sie einen Teil ihres Gehirns ab und dösen ein wenig vor sich hin. Auf jeden Fall wird bei Bedarf wieder auf volle Leistung geschaltet.

Die Menschen schalten, wenn sie sich schlafen legen, meist nicht nur teilweise ab, sondern gänzlich. Aber oft hat man den Eindruck, daß nach dem Aufwachen nur ein Teil des Gehirns angeschaltet ist. Also ein wesentlicher Unterschied bei der Steuerung des Hirngebrauchs: Die ozeanischen Wasserpflüger schalten einen Teil ihres Gehirns vor dem Schlafen ab und dann bei Bedarf wieder ein, während die zivilisierten Pflastertreter häufig vergessen, alle Teile wieder einzuschalten.

Delphine haben sich halt besser im Griff als Menschen.

Qualität

Im Kulturbetrieb wie auch in der Gesellschaft allgemein ist nicht so sehr entscheidend, welche Qualität das hat, was einer tut, entscheidend ist vielmehr, welche Stellung er hat oder welche ihm zuerkannt wird. Das führt dazu, daß nicht mehr so wichtig ist, wie gut ein Kunstwerk ist, sondern entscheidend ist, was sich daraus machen läßt. Autoren, Musiker und dergleichen machen sich nicht mehr selbst, sie werden gemacht: von Werbestrategen und Multiplikatoren, von ernannten und selbsternanntenKunstkennern.

Jeder Dummkopf kann aus einem durchschnittlichen Buch einen großen Wurf machen, wenn er nur die Stellung dazu hat – und sei es auch nur eine An-Stellung: bei einer Feuilletonredaktion.

Über Selbstwahrnehmung

Es ist nicht nur eine Spezialität des Narziß, sich schöner zu sehen, als er ist. Die Tendenz zur Selbstverschönerung ist eine strukturelle Eigenschaft des Menschen überhaupt. Beim Narziß ist diese Eigenschaft nur hypertrophiert.

Besonderes

Zum Besonderen am Besonderen gehört, daß das Gewöhnliche es nicht als Besonderes erkennt. Das Besondere aber erkennt nicht nur das Gewöhnliche als Gewöhnliches, sondern auch das Besondere als Besonderes. Und sich selbst als das, was es ist.