Erfahrung

In der Leichtigkeit des Seins liegt immer verborgene Schwere. Wir müssen uns dessen nur bewußt sein und sie rechtzeitig wahrnehmen, damit wir nicht von ihrem plötzlichen Durchbrechen überrascht und in eine Krise gestürzt werden. Wenn wir aber in der Krise stecken und die Schwere uns zu schaffen macht, sollten wir daran denken, daß in ihr immer auch verborgene Leichtigkeit steckt. Und manchmal genügt ein Wimpernschlag, um die Schwere zu durchbrechen und wieder zur Leichtigkeit zu gelangen. Und wenn wir dann aufpassen und die Schwere nicht vergessen, dann kann alles gelingen.

Gestörte Melancholie

Durch den wohligen
Dunst mattroter Klage
fern allem Streiten
weit weg vom Hassen
reißen sie Schneisen
ins mürbe Bewußtsein
traumschwerer Tage
unruhbewölkt und
vom Streben verlassen
reißen mit giftigen Zacken
die Stunden
künstlicher Hast und
blutarmer Worte
lebenslang unauslöschliche
Schrunden:
rissig-zerschundene
steinharte Orte