Über Denken und Meinen

Wenn eine Meinung in einem urteilsfähigen Kopf entsteht, haftet ihr eine wie auch immer geartete Plausibilität an, und die Meinung ist ernst zu nehmen. Der Grad der Plausibilität ist jedoch stets abhängig vom Grad der Durchseuchung dieser Meinung mit Vorurteilen, von denen niemand ganz frei ist. Und wer glaubt, seine Urteilsfähigkeit sei so rein wie Quellwasser, der unterliegt einem Vorurteil.

Wenn eine Meinung in einem vorurteilsfähigen Kopf entsteht, haftet ihr wenig Plausibilität an, und die Meinung ist nicht sonderlich ernst zu nehmen. Der Grad der Plausibilität ist jedoch stets abhängig vom Grad der Durchseuchung dieser Meinung mit plausiblen Urteilen, von denen niemand ganz frei ist. Und wer glaubt, die Vorurteilsfähigkeit anderer sei so rein wie Quellwasser, der unterliegt einem Vorurteil.

Wir sollten also nicht nur denken, bevor wir etwas sagen, sondern auch genau hinschauen, auf welchen Prämissen dieses Denken beruht.

Nur wer sein eigenes Denken bedenkt, kann saubere Meinungen produzieren. Das ist mit Sicherheit kein Vorurteil.

2 Antworten auf „Über Denken und Meinen

  1. Du hast vollkommen recht. Deswegen sage ich ja: Wer glaubt, sein Urteil sei so rein wie Quellwasser, der unterliegt einem Vorurteil. Aber plausibel sind Vorurteile nur für Leute mit ähnlichen Vorurteilsstrukturen. Wer sich dessen bewußt ist, produziert natürlich keine objektive Wahrheit, denn die gibt es nach aller Erfahrung nicht. Aber sauberere Meinungen als die, die sich dessen nicht bewußt sind. Das ist nicht viel, aber immer noch besser als bloße Reproduktion von unreflektierten Vorurteilen. Reflexion kann das Vorurteil nicht beseitigen, aber ihm seine Schärfe und damit auch die scheinbare Plausibilität nehmen.

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  2. rollblau
    Haben nicht Vorurteile die fatale Eigenschaft, plausibel zu sein ? Sie stammen doch zumeist aus Sichtweisen, deren Interessen sie vehement vertreten… Das Vorhandensein einer objektiven Beurteilung ist m.E. in sich selbst ein Vorurteil, bestenfalls gibt es ein am Faktischen begründbares Urteil (ohne daß ich jetzt berücksichtige, daß auch das Faktische der – subjektiven – Realitätswahrnehmung unterworfen ist.) Objektivität als Ziel und Notwendigkeit der Wissenschaft oder der Gesellschaft ist im Eigentlichen (d.h. für mich 😉 ) eine unvermeidbare, auf Axiomen beruhende Konvention, die Verständnis und Verständigung ermöglicht. LG rollblau

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