Sprachwandel

Im  aktuellen Jugendsoziolekt hat das Wort »Opfer« eine semasiologische Umdeutung erfahren, hin zum Pejorativen. Potentielle Opfer neigen dazu, das Wort Opfer zum Schimpfwort zu machen, mit denen andere potentielle Opfer bedacht werden können, um damit potentielle Täter von sich selbst abzulenken. Man muß sich dann nur noch geignete Sündenbocke suchen. Das ist ja nicht schwer. Am besten Juden, Zigeuner, Behinderte, Intellektuelle oder Migranten, wie es seit einiger Zeit so schön politisch korrekt heißt. Wobei das mit den Migranten so eine Sache ist, weil gerade bei Jugendlichen aus Migrantenfamilien dieser Gebrauch des Wortes »Opfer« sehr verbreitet zu sein scheint.

Auf Opfersuche, falls das nötig ist und für die Opferrolle nicht längst jemand ausersehen wurde, macht man sinnvollerweise ein gemeinsames Casting. Solche Allianzen von Tätern und Opfern finden sich allenthalben und haben sich in der Weltgeschichte recht gut bewährt.

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