Klepsydra nur, Ophelia

Sie treibt nicht fort, ihr Haar hat sich verfangen
an einem kahlen Trauerweidenast
der Wind leckt rauh die früh verglühten Wangen
und Ratten taumeln müde im Morast.

Am Ufer keine Astern, Anemonen,
ein paar kaputte Eimer, Anglermüll
und von Verirrten, die am Tag hier wohnen
der Rest vom Flaschendosenbieridyll.

So unromantisch. Da klingt kein Chopin,
und auch von Schubert kann kein Ton hier stören.
Das tote Mädchen schaukelt im Refrain
der stillen Fluten, fern von den Souffleuren.

Man wird sie morgen aus der Brühe fischen,
wird wissen wollen, wann, warum und wie
mit Messern graben an den Eisentischen
Begründung finden, doch die Gründe nie

 

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