Fatalität

Das Sehr-Gute ist so selten wie ein schwarzer Diamant. Und wird leicht übersehen. Gutes ist immer zuwenig, denn das Bessere ist besser als das Gute. Aber das Bessere, wenn man es tatsächlich findet, nutzt sich meistens schnell wieder zu gut ab. Dann schaut der Mensch erneut nach Besserem und findet meist nur Mangelhaftes. Irgendwann meint er dann, das Mangelhafte sei ausreichend, findet es befriedigend und richtet sich im Ungenügenden ein.

Meinung

Ziemlich gefährliche Sache, eine Meinung ohne Aufsicht einer urteilsfähigen Vernunft in einem Kopf entstehen zu lassen. Dabei kommt selten etwas Besseres heraus als bei dem Versuch, einen Hefekuchen in einem Lagerfeuer zu backen.

Nur wenn einer Meinung ein aktiver Prozeß der Meinungsbildung vorausgegangen ist, der gern auch mal länger als fünf Minuten dauern darf, und man der Meinung eine halbwegs solide Grundierung ansehen kann, ist diese Meinung mehr wert als eine Blechmünze.

Nachgeplappertes ist keine Meinung. Der Nachplapperer kann also froh und sollte dankbar sein, daß er wie der Hefekuchenbäcker mit seinem Geplappere dennoch in den meisten Fällen von der Meinungsfreiheit profitiert, selbst wenn er – wie besonders, aber nicht nur, manche Migranten aus den deutschen Ostgebieten – nicht müde wird zu betonen, es gäbe in unserer »lügenpresseverseuchten Linksgründiktatur« keine Meinungsfreiheit.